tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 07. März 2019

Alex Gruber

Mit „Prototyp“ weht frischer Wind

Mit großen Vorschusslorbeeren seitens des Klubs startete Thomas Grumser gestern in seine Ära als Bundesliga-Cheftrainer des FC Wacker Innsbruck. Und es werden sich nicht nur kleine Details ändern.

Innsbruck - Lässt sich der Föhnsturm, der gestern bei der ersten Einheit unter Grumser übers Tivoli fegte, in positivem Sinne als "wind of change" deuten, geht es bei den Schwarzgrünen bald wieder bergauf. Am gestrigen Tag gab es zuvor bei der offiziellen Präsentation auch noch einen kurzen Blick zurück zu Karl Daxbacher, mit der freudigen Feststellung von Präsident Gerhard Stocker, dass eine "Top-Kultur der Trennung" gelebt worden sei. Auch sein weit jüngerer Nachfolger wollte eines ganz sicher nicht unerwähnt lassen: "Karl Daxbacher hat sehr gute Arbeit geleistet, das kann man nicht oft genug betonen."

Es hat aber eben alles seine Zeit. Und auf die (vermeintliche) "Old School"-Variante Karl D. folgt jetzt mit Thommy G. der "Prototyp" des modernen Trainers, der sich ja gerade in der Ausbildung zur UEFA-Pro-Lizenz befindet. "Klarer Plan. Harter Arbeiter. Sehr akribisch ...", waren nur einige der Auszüge, mit denen Alfred Hörtnagl den neuen Mann auf der Kommandobrücke lobend begrüßte. Mit dem jungen Zweier-Team und als Interimslösung bei der ersten Mannschaft in Liga zwei hat sich Grumser beim FC Wacker in den vergangenen Jahren mehrfach mit jungen und alten Spielern bewiesen. Jetzt spürt er "das Vertrauen des ganzen Klubs" und steht an vorderster Front. Was gibt es Neues?

T wie Taktik: Daxbachers Fünferkette, die defensive Stabilität im Abstiegskampf über eine offensive Ausrichtung (bislang ja nur 17 Liga-Tore) stellte, dürfte schon am Sonntag (17 Uhr) beim schweren Gastspiel beim LASK Geschichte sein. "Wir wollen mehr nach vorne verteidigen, mutiger auftreten und versuchen, auch gute Gegner unter Druck zu setzen, ohne dabei naiv zu agieren", formulierte es Grumser kurz aus. In anderen Worten lässt sich damit auch Pressing beschreiben. Der klaren Idee müssen alle folgen: "Wir sind von unseren Hauptprinzipien überzeugt. Da gibt es keine Kompromisse."

T wie Trainerstab: Grumser beorderte von der zweiten Mannschaft vorerst auch Co-Trainer Thomas Perstaller, der diese Runde auch die Geschicke der zweiten Mannschaft leiten soll, und Athletik-Trainer Elias Braunhofer hoch. Co-Trainer Florian Schwarz und Athletik-Trainer Daniel Wilson bleiben an Bord. "Man braucht ein starkes Trainerteam", sagt Grumser. Die Gretchenfrage, wer die zweite Mannschaft in der zweiten Liga hält, ist noch nicht geklärt, zumal das ÖFB-Regulativ die UEFA-Pro-Lizenz oder A-Lizenz (alt) vorschreibt. Das minimiert das Feld der Kandidaten.

K wie Kapitän: Der bei Daxbacher wenig bedachte Christoph Freitag wurde im Lauf dieser Saison schon von Zlatko Dedic und Roman Kerschbaum sowie Torhüter Christopher Knett vertreten. Über eine neue Verteilung hat sich Grumser (noch) keine Gedanken gemacht. "Bislang waren charakterstarke Typen mit dieser Aufgabe betraut. Ich glaube, wir haben bis Sonntag wichtigere Aufgaben zu erledigen", bringt er die Führung am Feld mehr mit den Eindrücken im Training als dem Tragen der Binde in Verbindung.

V wie Vertragsdauer oder Vertrauensvorschuss: "Wenn man sich die Geschichte von Thomas Grumser in den letzten Jahren anschaut, dann sieht man, dass er über Jahre hinweg in der Ausbildung der Spieler vom Nachwuchs zu den Profis hervorragende Arbeit geleistet hat. Für mich war immer klar, dass er der nächste Trainer wird", diktierte Hörtnagl, der mit Grumser (Vertrag bis 2021) langfristig plant. Da ließe sich auch ein Link zum nächsten Gegner, dem LASK, finden, der unter Coach Oliver Glasner einer klaren Idee und großen Teilen des Personals treu geblieben ist.