tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 07. März 2019

Alex Gruber

Menschenführung

Als Ex-Wacker-Coach Karl Daxbacher (65) in seiner aktiven Karriere als Spieler zum dritten Mal den Meistertitel stemmte, war sein Nachfolger Thomas Grumser (39) noch nicht einmal auf der Welt. Das ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass die beiden bei 26 Jahren Differenz Welten trennen. Das trifft auf viele Erfahrungsmuster wie den Zugang zum Fußball zu, der sich in Hochgeschwindigkeit stets adaptiert. Nur eines bleibt abgesehen von Trainingssteuerung oder taktischer Ausrichtung und sämtlicher anderer Tools, die man im Multitasking-Job eines Bundesliga-Trainers zu bedienen hat, dauerhaft gültig - bei allen Härten des Profi-Geschäfts fordert erfolgreiche Führungsqualität auch Empathie: Bleibt einem der Zugang zu vielen Spielern verwehrt, kann man sich die beste (Spiel-)Idee, den besten Matchplan und am Reißbrett inszenierte (An-)Laufwege in Pressing oder Gegenpressing dauerhaft in die Haare schmieren. Deswegen war gestern ein Grumser-Statement von herausragender Bedeutung: "Am Ende des Tages geht es darum, mit 25 verschiedenen Charakteren erfolgreich zu arbeiten." Möge ihm dies mit seinem Team gelingen. Tirol braucht Bundesliga-Fußball und langfristige Perspektiven.