tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 07. März 2019

Thomas Pichlmann

Unter Thomas Grumser folgen klare Ansagen

Von Karl Daxbacher zu Thomas Grumser - ich durfte beim FC Wacker unter beiden Trainern arbeiten, und eines ist gewiss: Die Zeit des Drumherumredens ist vorbei, jetzt folgen klare Ansagen. Karl Daxbacher, ein Experte der zweiten Liga, war bei seiner Verpflichtung ein genialer Schachzug. Mit dem qualitativ stärksten Kader hat er ein super Gefühl dafür, die richtige Mischung spielen zu lassen.

Als aber dann in der Bundesliga das Team nicht mehr diese Top-Qualität aufwies, bedurfte es einer klaren Spielidee samt der Analyse des Gegners. Das gehört definitiv nicht zu Daxbachers Stärken. Das ständige Durchwechseln von Spielern verkommt dann zur verzweifelten Idee, vielleicht doch noch das Ruder herumzureißen, was eine totale Verunsicherung bei den Spielern auslöst. Wer einen Stammplatz hatte, fand sich bisweilen eine Woche später bei den Amateuren wieder. Diese Verunsicherung sah man eigentlich schon die ganze Saison über.

Im Vorbereitungsspiel gegen die eigenen Amateure (1:4) war es erschreckend mitanzusehen, wie die unorganisierten Profis von der stets organisierten zweiten Mannschaft vorgeführt wurden. Auch der Unterschied im körperlichen Zustand war von außen betrachtet eklatant.

Thommy Grumser hat jetzt drei Wochen Zeit, der Mannschaft ein komplett anderes Spielsystem einzutrichtern. Dies wird mit Sicherheit einfacher als die Tatsache, dass für sein offensiv ausgerichtetes Pressingspiel ein anderer körperlicher Zustand benötigt wird als beim passiven, defensiven Fußball Daxbachers. Um das zu erreichen, werden die Spieler in den kommenden drei Wochen eine Vorbereitung mitten in der Saison erleben.

Thommy Grumser würde mit dem Klassenerhalt nicht nur die Kampfmannschaft retten, sondern auch den damit verbundenen Zwangsabstieg von Wacke­r?II verhindern. Auch dies dürfte ihm nach den langen Jahren des Aufbauens vieler junger Spieler am Herzen liegen. Auch da sollte schnell eine Trainerlösung gefunden werden, denn mit sechs Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz ist der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern.