tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 15. März 2019

Tobias Waidhofer

Gipfeltreffen soll Lösung bringen

TFV und FC Wacker, zwei Big Player im Tiroler Fußball, sind sich weiterhin nicht grün. Jüngstes Beispiel? Das Landesausbildungszentrum (LAZ).

Innsbruck - Die Ausbildungsschiene des Tiroler Fußballverbandes ist klar strukturiert: Auf Vor-LAZ (10 bis 12 Jahre) folgen zwei Jahre im LAZ (12 bis 14), bevor die besten Tiroler Kicker ihren Weg in die Akademie finden. Im Sommer, wenn die nächsten jungen Spieler ins LAZ einrücken sollen, muss der Verband - Stand jetzt - auf einige Talente verzichten: Denn beim FC Wacker bzw. den Eltern der betroffenen Jung-Kicker regt sich Widerstand. Im Rahmen eines Elternabends wurde beschlossen, dass die Wacker-Kicker nicht in die Verbandsauswahl einrücken.

Der Ärger der Eltern und auch des FC Wacker bezog sich vor allem auf die Tatsache, dass der Verband darauf bestehe, die betroffenen Spieler für vier Trainingseinheiten in der Woche zusammenzuziehen. Damit würde der Spieler beim Stammverein kein Training absolvieren, lediglich am Wochenende beim Spiel dabei sein. Beim Vereinstrainer führe das zu Problemen, weil erstens die Trainingsqualität sinke und zweitens Spieler aufgestellt werden würden, die anderswo trainieren. Die Lage scheint verfahren, beide Seiten werfen sich fehlende Kompromissbereitschaft vor.

"Wir sind mit dem Verband noch in Gesprächen. Schauen wir einmal, ob ein Kompromiss herauskommt", hielt sich Wackers Nachwuchsleiter Peter Person zurück. Vor-LAZ-Leiter Rudolf Stadler, der gemeinsam mit Herwig Brunner und Hansjörg Wessiack Gespräche mit dem FC Wacker führt, erklärt: "Das LAZ wird auch vom ÖFB finanziert, der ÖFB gibt die Anzahl der Trainings vor." Man könne nicht für einen Verein eine Ausnahme machen. Gleichzeitig betont Stadler: "Der FC Wacker ist unser wichtigster Ausbildungsverein, die Tür zur Talentschiene ist nicht zu, wir haben ein offenes System." Das habe er den betroffenen Eltern und Kindern auch mitgeteilt.

Leider komme man aktuell auf "keinen grünen Nenner. Es ist niemand schuld, es gibt einfach Philosophieunterschiede", meinte Akademieleiter Roland Kirchler. "Die Leidtragenden sind Kinder und Eltern."

Das sieht Wacker-Präsident Gerhard Stocker ähnlich: "Wir müssen eine Lösung anstreben, bei der Eltern und Kinder nicht in irgendwelche Entscheidungssackgassen geführt werden." Deshalb trifft sich der Wacker-Boss auch kommende Woche mit TFV-Präsident Josef Geisler - wohl auch, um die Beziehung zwischen den beiden Big Playern der Szene zu verbessern. "Als Präsident scheue ich nicht davor zurück, eine Entscheidung zu treffen, die Eltern und Kinder zufriedenstellt", erklärt TFV-Boss Geisler sein Credo. Es ist ein Gipfeltreffen, das mit Spannung erwartet werden kann.