tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 07. April 2019

Georg Fraisl

„Weit weg von unserem Plan“

Schön war’s. Die Frühlingssonne streichelte die Gesichter, schenkte angenehme Wärme.
Ja, die Osttribüne war gestern ein echtes Wonneplatzerl.

Dazu das sonore Gegröle der Fans, die monotonen Trommeln. Und das wenig aufregende Geschehen auf dem Rasen davor. Man darf denen keinen Vorwurf machen, die den Kampf gegen die schweren Augenlider mehrmals verloren. Besser ein halbes Stündchen auf der Ost bei Wacker gegen Rapid als gar kein Schlaf. Ehrlich.

Viel positive Energie hatte Sport-Direktor Alfred Hörtnagl vor Spielbeginn in der Innsbrucker Kabine geortet. Nun, das wird durchaus so gewesen sein. Freilich: Das allein reichte nicht aus, um eine alles andere als überragende Rapid-Mannschaft auch nur im Ansatz zu gefährden.
Um 18.44 Uhr gingen die meisten. Vielleicht weil Rapid das 2: 0 gelang, möglicherweise auch weil die Sonne schwächer wurde.
7413 hatten das Match live gesehen. Damit gab es keinen neuen Besucher-Rekord in dieser Saison (7820). Das war die erste Enttäuschung des Nachmittags gewesen. Es blieb aus Tiroler Sicht nicht die einzige.

Und traf nicht nur die Fans. Auch die Wacker-Spieler schlichen mit hängenden Köpfen in die Kabine. Ein Tiefschlag, der Schwarzgrün recht unerwartet traf.
„Wir hatten uns viel vorgenommen und haben wenig umgesetzt“, ächzte Torhüter Christopher Knett, „viel zu wenig. So haben wir auch nicht mehr verdient.“

Abwehrchef Matthias Maak sah es keinen Deut anders: „Wenn Rapid heute alles zu Ende spielt, kann es für uns richtig bitter werden“, gab der 26-Jährige ganz offen zu. Die vielen (vergebenen) Torchancen der Rapidler werden die Tiroler bei der Analyse noch beschäftigen. „Wir haben uns nicht so getraut wie in Hartberg, wir waren nicht konsequent genug“, ortete Zlatko Dedic einen groben Selbstfaller. Und viel Arbeit bis zum nächsten Samstag und dem Heimspiel gegen Admira. „Da werden wir ein ganz anderes Gesicht zeigen“, weckte die Rapid-Lektion bei Knett den Kampfgeist. Ja, der nächste Samstag auf der Ost sollte etwas „ungemütlicher“ werden.