tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 07. April 2019

Gernot Gsellmann

Sogar der Föhn war stärker als Wacker

Auf den Boden der Realität zurückgeholt: Nach dem überzeugenden Sieg in Hartberg ging Wacker gestern am Tivoli ebenso überzeugend gegen Rapid unter – 0:2 (0:1), was am Ende noch schmeichelhaft war

Viel Zeit, um über die mögliche Startelf nachzudenken, benötigte Thomas Grumser wahrscheinlich nicht. Zu souverän war der Auftritt in Hartberg (2:0). Daher musste Wackers Coach nur den gesperrten Dieng ersetzen – für den Wirbelwind aus dem Senegal durfte Stefan Rakowitz ran.
Und viel Zeit, um am Tivoli auf Betriebstemperatur zu kommen, benötigten auch die beiden Teams nicht. Denn wer von den 7413 Fans ein paar Minuten zu spät kam, brachte sich selbst um extrem Unterhaltsames. Bereits nach 112 Sekunden verstolperte Knasmüllner alleine aus fünf Meter vor dem leeren schwarzgrünen Gehäuse, nur wenig später hatte Zlatko Dedic nach einem Strebinger-Fehler die Innsbrucker Führung am Fuß – sein Schuss strich am Pfosten vorbei (5.). Und nur Augenblicke danach nützte Dibon ein Tohuwabohu im Tiroler Strafraum aus kurzer Distanz zum 1:0 für die Gäste (7.).

Rapid kontrolliert

Was noch nicht das Ende des Startfuriosos war: Murg (Oberkante der Querlatte/20.) und Dedic (Strebinger übers Tor/22.) fanden weitere gute Möglichkeiten vor. Doch in Folge verlor der Hit an Tempo, auch weil Rapid geschickt das Leder zirkulieren ließ.
Was den Innsbruckern überhaupt nicht behagte. Die Schwarzgrünen fanden kaum mehr den Weg in den Strafraum der Hütteldorfer, auch weil sie zu viele Fehler im Spielaufbau fabrizierten, zu wenig Ruhe hatten.

Versuch mit Hollywood

Nachdem Ivan (Maak kratzt den Ball von der Linie/61.) und Murg (Knett zur Ecke/64.) das 2:0 am Fuß hatten, reagierte Thomas Grumser: Mit Harrer, Durmus und Kiprit setzte er auf totale Offensive, versuchte mit Hollywood das Ruder herum zu reißen. Das spielte sich aber nur im Innsbrucker Strafraum ab: Schobesberger scheiterte alleine an Keeper Knett (76.), Knasmüllner brachte erneut das Kunststück zustande, das leere Gehäuse nach Schobesbergers Top-Stanglpass zu verfehlen (80.). Deni Alar sorgte doch noch für das 2:0 aus einem Konter (88.).
Gestern sah man nichts mehr vom Tiroler Elan – denn sogar der Föhn war stärker als der Aufsteiger!