tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 08. April 2019

Daniel Lenninger

Aufstiegseuphorie verleiht Flügel

Neu in der Liga und trotzdem unangefochten an der Spitze: Landeck, Zirl II und Wacker III zeigten sich nach ihren Aufstiegen im vergangenen Jahr anpassungsfähig und stehen vor ihrem nächsten Meilenstein.

Landeck, Zirl, Innsbruck - Aufsteiger schreiben im Sport gerne Erfolgsgeschichten. Im Tiroler Fußball-Unterhaus ist ein Trio drauf und dran, neuen Stoff zu liefern.

Der SV Landeck kletterte erst im Juni 2018 in die Gebietsliga West. Quasi als "Aufstiegsgeschenk" konnte Ex-Profi Simon Zangerl als Neuzugang präsentiert werden. Auch, aber keinesfalls nur wegen der Heimkehr des 17-fachen Saisontorschützen spielt Landeck bisher eine überragende Saison und liegt elf Punkte vor dem IAC. Die Statistik spuckt bei 14 Siegen erst zwei Niederlagen aus. Die Truppe von Chefbetreuer Jürgen Landerer steht vor der Rückkehr in die Landesliga und damit in eine Spielklasse, die man vor einigen Jahren unter unglücklichen Umständen (Aufstiegsverzicht Reichenau) verlassen musste. Anschließend wurden die Oberländer gar bis in die Bezirksliga durchgereicht. Für die neue Generation eine ideale Leistungsstufe, um Anlauf zu nehmen. Zum Favoritenkreis auf die Aufstiegsplätze zählten sich die Verantwortlichen vor der Saison zwar selbst, die Dominanz überrascht aber.

Eine Parallele zu Landeck lässt sich beim FC Zirl orten, wo sich die zweite Kampfmannschaft des Tirol-Ligisten nach dem Aufstieg in die Bezirksliga West auch in der neuen Spielklasse eine wichtige Rolle zutraute. "Wenn wir unseren Part erfüllen, dann werden wir vorne dabei sein", hatte Zirl-II-Trainer Manfred Scheuchenegger seiner Mannschaft im Sommer eingetrichtert. Nach 16 Runden lässt sich das Zwischenfazit ziehen, dass der Saisonverlauf die Zirler Erwartungen übertroffen hat. Die Mannschaft rund um Kapitän Martin Kulaita spielte sich in einen Lauf, der die Scheuchenegger-Elf seit dem siebten Spieltag als Tabellenführer ausweist. Der Vorsprung auf den ersten Verfolger Götzens beträgt sieben Zähler.

"Es werden noch 30 Punkte vergeben", warnt Scheuchenegger, der regelmäßig auf die eine oder andere Verstärkung aus dem Tirol-Liga-Kader setzen kann. Auf das Zirler Gemüt schlägt das Schicksal von Dario Dubravac, der sich zum wiederholten Male schwer am Knie verletzte.

Noch größere Chancen auf den erneuten Aufstieg wurden aber Wacker III eingeräumt. Die schwarz-grünen Fohlen waren in der vergangenen Saison direkt nach der Aufnahme ins Tiroler Unterhaus in die 1. Klasse Mitte gestürmt. Auch dort sind sie angesichts von neun Punkten Vorsprung (bei einem Spiel mehr) eine Klasse für sich. Schwankende Leistungen wie kürzlich beim Unentschieden in Sautens bringen Chefbetreuer Christian Stoff nicht aus dem Konzept: "Es geht in die richtige Richtung." Man müsse die Saison nun konzentriert zu Ende spielen.

"Eine Partie gegen uns ist für die Gegner das Spiel des Jahres", registriert Stoff bei den Kontrahenten eine Extramotivation. Zu kämpfen hat Wacker III mit den Bestimmungen des Tiroler Fußballverbandes, die einen Aufstieg über die Bezirksliga hinaus blockieren und eine Altersgrenze vorschreiben. "Erfahrene Führungsspieler täten uns gut", wünscht sich Stoff eine Lockerung der Statuten.

Neben den drei Aufsteigern können sich auch Hall (Tiroler Liga) und Kirchdorf (Gebietsliga Ost) vorsichtig mit einer Meisterfeier beschäftigen. Der Platz an der Sonne sorgt da wie dort für Leichtigkeit.