tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 13. April 2019

Wolfgang Müller

Tivoli-Torsperre muss endlich fallen

Seit dem 10. November 2018 wartet der FC Wacker auf einen Treffer im Tivoli-Stadion. Das soll sich heute (17 Uhr, live Sky Sport) ändern, wenn mit der Admira ein direkter Abstiegskonkurrent in Innsbruck gastiert.

Innsbruck - Wann, wenn nicht heute (ab 17 Uhr) ist die Zeit reif, erstens offene Rechnungen mit der Admira zu begleichen und zweitens ein Zeichen im Abstiegskampf der Qualifikationsrunde zu setzen. "Wir müssen überzeugt sein, dass wir das Spiel gewinnen, und auch dementsprechend auftreten", will FCW-Coach Thomas Grumser eine schwarzgrüne Mannschaft sehen, die ähnlich auftrumpft wie beim 2:0-Sieg in Hartberg. "Konsequent über 90 Minuten den Spielplan durchziehen", lautet das Motto. Den Niederösterreichern soll mit harten Zweikämpfen, kontrolliertem Ballbesitz und schnellen Bällen in die Tiefe der Nerv gezogen werden.

Sechs Punkte (Torverhältnis: 6:1!) verbuchten die Südstädter in den bisherigen beiden Saisonduellen mit dem FC Wacker. Das muss sich im heutigen Kellerduell ändern. Was aber nur dann gelingt, wenn im Tivoli die leidige FCW-Torsperre endlich fällt. Seit dem 1:0-Siegtreffer von Zlatko Dedic am 10. November gegen Altach in der 39. Minute steht die Null in Heimspielen felsenfest. Seit insgesamt schon 501 Minuten (Rapid 0:2, WAC 0:0, Mattersburg 0:2, Salzburg 0:2, Rapid 0:2) laufen die Tiroler in der ehemaligen "Festung Tivoli" schon vergeblich einem Tor nach. "Wir haben zuletzt auch intensiv Abschlüsse geübt, und wenn wir das gegen die Admira so umsetzen wie im Training, klappt es auch", hofft Sascha Horvath, dass heute einmal oder besser öfter Torjubel aufbrandet. Der 22-Jährige, der im Spiel gegen Rapid verletzungsbedingt vom Feld musste, ist wieder fit. Stefan Rakowitz hingegen fehlt ebenso wie der gesperrte Roman Kerschbaum und der verletzte Lukas Hupfauf. Martin Harrer ist fraglich, dafür kann der zuletzt gesperrte Cheikhou Dieng in der Offensive wieder wirbeln.

Grumser ist sich der prekären Tabellenlage sehr wohl bewusst, dennoch versucht er Druck von seiner Mannschaft zu nehmen: "Ich bin kein Freund von Müssen und Pflichtsiegen, weil alles, was in diese Richtung geht, eher hemmt und blockiert. Wir wollen die Herausforderung Admira annehmen, wollen unbedingt gewinnen und trauen uns auch zu, dass wir die Admira schlagen." Wie soll das gelingen? "Aggressiv die Duelle suchen, unseren Stil dem Gegner aufzwingen, überzeugt auftreten. Auch müssen wir das Team sein, das eine Spur härter spielt. Schon fair, aber kompromisslos. Wenn wir das gut machen, bin ich überzeugt, dass wir auch erfolgreich sind", glaubt Grumser an sein Team und den ersten Heimerfolg 2019.

Klar, dass die Admiraner etwas dagegen haben. "Wir haben gute Erinnerungen an die beiden letzten Innsbruck-Spiele und wollen natürlich auch das dritte Duell gewinnen", sagte Kapitän Daniel Toth vor der Abreise in den Westen. Sein Tormann Andreas Leitner gab sich ebenfalls betont optimistisch. "Wir wollen voll punkten und wieder eine Serie starten", hielt er fest. Nach drei Siegen zu Beginn des neuen Jahres gab es zuletzt drei Spiele ohne vollen Erfolg. Möglich machen soll einen solchen wieder das Sturmduo Patrick Schmidt/Sasa Kalajdzic. Trainer Reiner Geyer könnte mit Kolja Pusch auch einen neuen Mann in der Startelf bringen. Der Deutsche kam zuletzt zweimal als Wechselspieler zum Einsatz.

In den bisherigen 112 Bundesligaspielen zwischen dem FC Wacker und der Admira ging der Tiroler Traditionsklub 56-mal als Sieger vom Platz. Gelingt heute im Tivoli der 57. FCW-Sieg, verschafft das Luft im Abstiegsstrudel.