tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 14. April 2019

Wolfgang Müller

Alarmstufe Rot nach nächster Pleite

Tristesse pur im Tivolistadion - der FC Wacker verlor das gestrige Kellerderby gegen die Admira klar 1:3 und liegt an letzter Stelle der Abstiegs-Gruppe.

Innsbruck - Letzter in der Qualifikationsgruppe, 1:3-Niederlage gegen Abstiegskonkurrent Admira, nur 2363 enttäuschte Fans im Tivoli - Aufwachen FC Wacker, der schwarzgrüne Express braust geradewegs und ungebremst zurück in die Fußball-Zweitklassigkeit. Die gestrige Pleite war ein Offenbarungseid von Hilflosigkeit und planlosem, eben zweitklassigem Auftreten.

Egal, was FCW-Coach Thomas Grumser seiner Mannschaft in der Besprechung mit auf den Weg gab, die Umsetzung auf dem Feld war das blanke Gegenteil. Hinten waren die Schwarzgrünen mit Debütant Johannes Handl, der den angeschlagenen Michael Schimpelsberger vertrat, offen wie ein Scheunentor, vorne wurde die Tivoli-Torsperre souverän ausgebaut. Nachdem Admira-Mittelstürmer Sasa Kalajdzic (8.) völlig freistehend per Kopf an Wacker-Goalie Christopher Knett scheiterte, Patrick Schmidt (9.) nur die Latte traf, bedankte sich Kalajdzic (15.) nach einem herrlichen Lochpass von Wacker-Kapitän Christoph Freitag mit der 1:0-Führung der Niederösterreicher. Dass zuvor Cheikhou Dieng den Ball vom "Fünfer" nicht im Admira-Tor unterbrachte, passte perfekt ins Bild.

Erschreckend und ernüchternd die zweitklassige Vorstellung der Schwarzgrünen in der ersten halben Stunde. Mit dem Rückstand ging es dann auch in die Halbzeit, weil Admira-Goalie Andreas Leitner bei einem Peric-Schuss (43.) auf dem Posten war und Zlatko Dedic (45.) die große Ausgleichschance mit einem erbärmlichen Kopfball vergab.

Guter Rat war teuer, also brachte Grumser Daniele Gabriele, der in den letzten Wochen nur ein Reservisten-Dasein fristete. Knett hielt die Hausherren mit zwei Paraden (57./58.) im Spiel und dann sorgte ausgerechnet Gabriele (64.) für den so heißersehnten Torjubel. Nach einem Dedic-Zuspiel war der Deutsche zur Stelle, traf sehenswert zum 1:1 und beendete damit nach 665 Minuten die Tivoli-Torsperre.

Die Wende im Kellerderby war das freilich nicht, denn der bärenstarke Kalajdzic (75.) durfte nach einem Freistoß völlig freistehend einnicken und der eingewechselte Marin Jakolis (80.) besorgte nach einem Fehlerfestival der Wacker-Defensive den 1:3-Endstand.

Dieng (überknöchelt) und Peric (Kniebeschwerden) verabschiedeten sich verletzt und hinkend schon vorzeitig in die Kabine, der Rest der Mannschaft folgte nach dem Schlusspfiff wortlos, mit leeren Blicken und hängenden Köpfen. Es herrschten allgemeine Ratlosigkeit und tiefe Betroffenheit im schwarzgrünen Lager. Auch Obmann Gerhard Stocker schüttelte nur verständnislos den Kopf.

"Wir sind enttäuscht, weil wir etwas anderes vorgehabt haben. Wir schaffen es einfach nicht, konsequent zu verteidigen. Wir haben Situationen zugelassen, die so nicht notwendig sind", bilanzierte Coach Grumser die dritte Saisonpleite gegen die Admira und legte gleich nach: "Wir müssen uns richtig bewusst machen, in welcher Situation wir sind. Da geht es um die Grundtugenden des Fußballs."

Für Admira-Trainer Reiner Geyer war die Fußballwelt dagegen voll in Ordnung. "Wir haben alles gut umgesetzt, richtig gut verteidigt und sind aus dem Umschaltspiel immer wieder richtig gefährlich vors Tor gekommen. Das war ein verdienter Sieg."