tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 14. April 2019

Georg Fraisl

Und es gibt keinen Plan B

Pfuiiii. Diesen Ruf gab’s schon in Halbzeit eins von der Westtribüne. Der kam aus vollem Herzen und klang ziemlich retro.
Was aber zu den Fernsehern auf der Pressetribüne passte, die nur in Schwarzweiß liefen. Wie in den 70ern.

Damals hatte Innsbruck freilich die beste Fußball-Mannschaft Österreichs, jetzt nur noch eine Ruine eines Traditionsvereins. Die Krise ist nicht auf das Rasenviereck beschränkt.

„Wir haben keinen Plan B“, meinte Wacker-Präsident Gerhard Stocker vor Match-Beginn ins Sky-Mikrofon. Und bekräftigte die Aussage dann auch bei Nachfrage. Er gehe davon aus, das der Klassenerhalt geschafft werde, sonst müsse ohnehin alles neu gedacht werden. Die Verträge gelten nur für die höchste Spielklasse – und da fehlen bei den Hauptsponsoren noch Unterschriften. Weil 1,5 Millionen Euro also eigentlich (noch) nicht abgesichert sind, hat die Bundesliga die Lizenz nur mit einer monatlichen Liquiditäts-Prüfung (oder soll man Brieftaschen-Kontrolle sagen?) erteilt. Das Vertrauen in das Tiroler Finanz-Konstrukt ist in Wien durchwachsen.

Keinen Plan B zu haben erschien einem nach dem desaströsen Auftritt gegen die Admira ebenso fahrlässig wie die allgemeine Überzeugung, dass Hartberg eh noch schlechter als Wacker Innsbruck ist.