tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 15. April 2019

Wolfgang Müller

Ausweg aus dem Teufelskreis gesucht

Die Momentaufnahme beim FC Wacker nach der 1:3-Heimniederlage im Kellerduell gegen die Admira schaut ganz nach Abstieg aus. Stürmer Dieng und Verteidiger Peric fallen für die nächsten Spiele aus.

Innsbruck - Wenn der Letzte in Innsbruck gastiert, sich locker-lässig drei Punkte holt, die Rote Laterne im Land der Berge parkt und nur 2363 Fans ebenso verdutzt wie enttäuscht im Tivoli den Kopf schütteln, dann ist richtig Feuer am Dach beim FC Wacker. So wie sich die Schwarz-Grünen am Samstag bei der 1:3-Heimpleite gegen die Admira präsentierten, führt der Weg unweigerlich zurück in die Zweitklassigkeit. Weil die Mischung zwischen defensiver Instabilität, allgemeiner Fehleranfälligkeit und offensiver Harmlosigkeit im Abstiegsstrudel keine Luft verschafft.

"Das war ein Rückschlag und ein klarer Rückschritt, mit dem wir so nicht gerechnet haben", erklärte Sportchef Alfred Hörtnagl, der gestern nicht beim 4:3-Sieg der Zweiermannschaft in Steyr vertreten war, sondern bei der Lagebesprechung der maroden Profiabteilung anwesend war. "Zusammenrücken, Kante zeigen, mit breiter Brust auftreten und in den verbleibenden Runden gemeinsam alles daran setzen, den verfahrenen Karren aus dem Dreck zu ziehen", lautet das FCW-Motto.

Die Bundesliga-Momentaufnahme ist für den Tiroler Traditionsclub desaströs: Letzter, die mit Abstand wenigsten Tore erzielt, die Heimbilanz der letzten sechs Tivoli-Spiele ist schlichtweg niederschmetternd - ein Remis, fünf Niederlagen, Torverhältnis: 1:9! Logisch, dass die Arena förmlich leergespielt wurde, denn der Spaßfaktor bei FCW-Heimspielen sank zuletzt schon in den negativen Bereich. Das gilt für die Kicker ebenso wie für die zahlende Kundschaft. Ein bekannter Teufelskreis beim FC Wacker, der immer tiefer in den sportlichen Abgrund führt. Eine Woche vor Ostern und sieben Runden vor Meisterschaftsschluss reduziert sich der Strohhalm, an den sich der FC Wacker klammern wird müssen, auf einen Namen - TSV Hartberg.

"Wir müssen auf uns schauen, damit haben wir genug zu tun", erspart sich Thomas Grumser diverse Hochrechnungen. "Nach dem 1:1 war ich felsenfest davon überzeugt, dass wir das Spiel noch gewinnen. Die Schockstarre danach kann ich mir nicht erklären", ortet der FCW-Coach ein hartnäckiges "Kopfproblem". Das allein war freilich nicht ausschlaggebend für die 15. Saisonpleite. "Solange die Grundtugenden wie einfaches, schnelles Passspiel und kompromissloses Zweikampfverhalten nicht stimmen, brauchen wir über das große Ganze des Fußballs mit Systemfragen erst gar nicht zu sprechen." Damit meinte Grumser, dass der 21-jährige Sasa Kalajdzic gegen die Wacker-Defensive beliebig schalten, walten und treffen konnte: "Wir befinden uns im Abstiegskampf. Heißt, dass man bereit sein muss, konsequent Duelle zu führen, die letzten Prozent herauskitzeln und auch über die Schmerzgrenze gehen muss."

Zum sportlichen Dilemma kommt auch noch Verletzungs­pech. Stürmer Cheikhou Dieng zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu, wird somit die kommenden Spiele verpassen. Innenverteidiger Stefan Peric fällt mit einem Riss der Beugesehne im Kniegelenk für den Rest der Saison aus.