tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 16. April 2019

Florian Madl

Der ständige Überlebenskampf

Der FC Wacker kämpft um den Klassenerhalt, leichter wird es 2019/20 auch nicht.

Innsbruck
- Der FC Wacker Innsbruck - finanziell auf Rosen gebettet? Das ja, aber vornehmlich auf deren Dornen. Denn die jüngste Lizenzierung der österreichischen Fußball-Bundesliga untermauerte zwar die Budget­treue des Präsidenten Gerhard Stocker, lässt im Gegenzug aber keine weiten Sprünge zu.

Mit gut sechs Millionen Euro wurde das kommende Spieljahr 2019/20 im Fall des Klassenerhalts veranschlagt, die gleiche Summe also wie heuer. Der Haken: Kalkulierte der Verein im vergangenen Jahr noch mit einem Kampfmannschaftsbudget von knapp drei Millionen Euro, so bescheidet man sich kommende Saison mit 2,1 bis 2,2 Millionen Euro. Stocker: "Es wird wohl jeder sehen, dass man auf dieser Basis nur schwer arbeiten kann."
Noch ist der Vertrag mit Hauptsponsor Tiroler Wasserkraft nicht unterschrieben, was bald der Fall sein sollte. Aber neben den 10 großen und den 30 kleineren Geldgebern zeichnet sich vorerst kein weiterer Zugang ab.

Zumindest die mageren Zuschauereinnahmen sollten sich heuer nicht großartig aufs Budget auswirken. Die Kalkulation pendelte sich je nach Zugkraft des Gegners bei 3500 bis 7000 Tickets pro Spiel ein, abzüglich der Sicherheitskosten bleiben dem Verein zwischen 250.000 und 350.000 jährlich.
Freude bereitet den Tirolern in erster Linie die so erfolgreiche zweite Mannschaft, die jungen Spielern und potenziellen Transferaktien eine Plattform bietet. An den drohenden Abschied der "Ersten" will daher vorerst niemand denken, denn der wiederum würde viele einer Vision berauben.
Und wenn das doch passieren sollte? Von 4 bis 4,5 Millionen Euro darf ein Zweitligist FC Wacker ausgehen, allein das ausbleibende Fernsehgeld (derzeit ca. 1,5 Mio. Euro) lässt die Summe sinken. Und die von Bundesliga-Aufsichtsrat Gerhard Stocker ausverhandelte Solidar­zahlung für Zweitligisten (250.000 ?) kann dieses Loch niemals stopfen.

Gerüchte über Sparmaßnahmen machen die Runde. Doch jenes, demzufolge die "Juniors" (3. Mannschaft) nicht mehr im Tiroler Unterhaus genannt würden, erhärtete sich bislang nicht. So manche Option steht im Raum, etwa die Zusammenarbeit mit einem anderen Klub. Schließlich nagen die Vorgaben des Tiroler Fußballverbands - Aufstieg nur bis zur Bezirksliga, Altersbeschränkung - an der Begeisterung zu Beginn.
"Um nachhaltig arbeiten zu können, bräuchten wir zwei Millionen Euro mehr", hatte Präsident Stocker einmal gemeint. Und diese Rechnung beinhaltet nicht einmal eine größere Investition. Derzeit geht es um die sportliche Daseinsberechtigung, der nächste Kraftakt steht nach der letzten Bundesligarunde bevor: die Bereitstellung einer schlagkräftigen Mannschaft für ein weiteres Jahr Überlebenskampf.