tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 05. August 2019

Wolfgang Müller

Ein schwarz-grüner Kraftakt

Der gestrige Frühschoppen im Tivoli endete vor 2057 Fans mit einem 1:0-Erfolg des FC Wacker im Westderby gegen Dornbirn. Der Vorarlberger Elvin Ibrisimovic erzielte das Goldtor.

Innsbruck - Der Schlusspfiff war eine Erlösung, denn der 1:0-Heimsieg des FC Wacker gegen Aufsteiger FC Dornbirn hing an einem seidenen Faden. "Wichtig waren einzig und allein der Sieg und die drei Punkte. Das bringt der Mannschaft doch eine gewissen Entspannung", schnaufte auch Wacker-Coach Thomas Grumser nach aufreibenden 95 Minuten tief durch.

Dass der so wichtige Heimsieg vor der Nordtribüne gefeiert werden konnte, hatte mehrere Gründe. Erstens Elvin Ibrisimovic - dass ausgerechnet einem Vorarlberger das Goldtor gegen Dornbirn gelang, ist so eine typische Derby-Geschichte. Der 20-Jährige war in der 24. Minute dort, wo ein Torjäger sein muss. "Nach dem weiten Pass von Yildirim habe ich mit einem Abwehrfehler spekuliert und zugeschlagen", freute sich Ibrisimovic, dass er die letztlich "entscheidende Szene" mit einem sehenswerten Heber zum Sieg nützte: "Wichtig ist nicht, dass ich getroffen habe, sondern dass wir gewonnen haben."

Das lag auch an Goalie Lukas Wedl, der sich bei Schüssen von Lukas Fridrikas und Christoph Domig als sicherer Rückhalt erwies. Außerdem zermürbte das junge FCW-Innenverteidiger-Paar Felix Bacher (18) und Sefik Abali (17) Dornbirns gefährlichen Torjäger Ygor mit beinharten Zweikämpfen. Und vor der vielbeschäftigten Wacker-Defensive zog Karim Conte seine Kreise. Der 19-jährige Legionär aus Guinea war der auffälligste Akteur auf dem Tivoli-Rasen, führte mit ­feiner Klinge Regie und packte auch die Sense aus, wenn es sein musste.

Kampf war überhaupt Trumpf in diesem West-Derby. Weil es spielerisch nicht so recht klappen wollte, nahmen ihn die Wacker-Buam auch an. Ohne Rücksicht auf Verluste. Was von den 2057 Fans mit Beifall und Applaus quittiert wurde.

Die hektische Schlussphase war nichts für schwache Nerven. Weil zahlreiche Überzahl-Angriffe der Tiroler viel zu leichtfertig vergeben wurden, musste bis zur letzten Sekunde gezittert werden. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Das hätten wir uns sparen können", meinte Kapitän Lukas Hupfauf nach dem Derby-Kraftakt, Trainer Grumser brachte die Lage trotz des Heimsiegs auf den Punkt: "Die Chancenverwertung bleibt ein Manko, an dem wir noch arbeiten müssen."