tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 09. Oktober 2019

Thomas Pichlmann

Sportlich und finanziell im Gleichschritt

Die schwere Knieverletzung von Rami Tekir hat wohl den ganzen Verein getroffen. Jedoch geht es im Fußball immer wieder weiter. Es bleibt wenig Zeit, sich mit Vergangenem zu beschäftigen. Zu wichtig sind das Jetzt und die Zukunft. Und genau diese Zukunft stellt für den FC Wacker wieder sportlich und finanziell vor schwere Aufgaben.

Als vor drei Monaten die 14 Kündigungen ausgesprochen wurden, war der Aufschrei groß. Der Vorstand versuchte, das finanzielle Desaster durch den Abstieg zu korrigieren und die Mannschaft startete mit drei Punkten aus drei Spielen sportlich ebenso schlecht wie finanziell. Dann startete der Verein Aktionen, um Geld in die Kassen zu spülen, diese positive Aufbruchsstimmung schlug sich auch auf die Mannschaft nieder (Top 3, Cup-Achtelfinale).

Seit rund drei Wochen wurde aber die finanzielle Situation neuerdings in den Vordergrund geschoben, plötzlich verlor die Mannschaft den Faden und konnte die zwei Pflichtsiege, um als Zweiter in die Länderspielpause zu gehen, zu Hause nicht gewinnen.

Auch zu meiner Zeit gab es beim FC Wacker eine schwere finanzielle Zeit, wir haben es nie als Alibi verwendet. Schon gar nicht, weil wir unsere Gehälter immer pünktlich bekamen. Jedoch war es immer Gesprächsstoff und hat wohl ein paar Prozente Konzentration gekostet. Vielleicht genau diese paar, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden.

Ein weiteres Problem ist auch der Umstand, dass in den nächsten Spielen mit Ried, Lustenau und WAC (Cup) Topteams warten. Finanziell wären als Tabellenzweiter mehr Zuseher gekommen, die Einnahmen wären größer gewesen. Sportlich hätten sich die Spieler in die Auslage spielen können, denn am Ende schließt sich der Kreis und der Verein wird wieder den einen oder anderen Spieler verkaufen müssen, um finanziell zu überleben.

Grundsätzlich hat der Verein vor drei Monaten die richtigen Schritte eingeleitet. Die Mannschaft ist jung, billig und hochtalentiert. Sie kann, wenn sie zusammenbleibt, in den nächsten Jahren aufsteigen. Und in der Geschäftsstelle hat man mit den Kündigungen die Weichen gestellt, um finanziell abzuspecken. Bleibt abzuwarten, ob die richtigen Schritte gemacht wurden, oder ob bald das gleiche Spiel beginnt und sich der Verein sportlich und finanziell wie ein instabiler Aktienkurs ständig von oben nach unten bewegt.