tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 31. Oktober 2019

Wolfgang Müller

Wacker sensationell im Viertelfinale

Durch das Goldtor von Markus Wallner feierte der FC Wacker Innsbruck gestern vor 1736 Fans einen 1:0-Erfolg im ÖFB-Pokalachtelfinale gegen den Europa-League-Teilnehmer Wolfsberger AC.

Innsbruck - Nach vierjähriger Abstinenz wurde im Tivoli-Stadion gestern ein schmackhaftes Pokalschmankerl serviert. Im ÖFB-Cup-Achtelfinale warf Zweitligist FC Wacker bei Nieselregen sensationell den "Euro-Fighter" WAC, der vor einigen Wochen in der Europa League mit dem 4:0-Sieg beim deutschen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach für Furore sorgte, aus dem laufenden Bewerb und freut sich auf das Viertelfinale im Frühjahr.

Alles richtig gemacht - so lautete das schwarz-grüne Fazit nach 45 Minuten. Denn der klare Favorit aus dem Lavanttal marschierte mit einem 0:1-Rückstand ziemlich konsterniert in die Kabine. Das lag vor allem daran, dass die Tiroler den Matchplan von Coach Thomas Grumser konsequent umsetzten. Mit dem 4/1/4/1-System wurden die Kärntner vom eigenen Sechzehner ferngehalten und gleichzeitig setzte man mit wenigen, aber gefährlichen Kontern Nadelstiche. Nachdem FCW-Goalie Lukas Wedl von Ex-Wacker Profi Christopher Wernitznig (3.) erstmals geprüft wurde, fielen sich die ganz in Weiß aufspielenden Hausherren zwei Minuten später in die Arme. Nach Vorlage von Alex Gründler hämmerte Markus Wallner den Ball mit dem linken Fuß ins rechte Kreuzeck. Manuel Kuttin, der WAC-Einsergoalie Alexander Kofler vertrat, war chancenlos. Ein Auftakt nach Maß für den krassen Außenseiter aus der Tiroler Landeshauptstadt. Schade, dass nur 1736 Fans Augenzeugen im Tivoli waren. Diese Pokalsensation hatte sich mehr Zuschauer verdient.

In der Folge verzeichneten die Wolfsberger zwar mehr Ballbesitz, aber kaum bis gar keine Torchancen. Dafür hatte Atsushi Zaizen (14.) nach Vorarbeit von Murat Satin sogar das 2:0 am Fuß. Ohne Regisseur Michael Liendl, der so wie die weiteren Stammspieler Nemanja Rnic und Mario Leitgeb der Rotation von Trainer Gerhard Struber zum Opfer fiel, fehlte der Kärntner Offensive eben zunächst der wichtigste Impulsgeber.

Gleiches Bild nach dem Wechsel - das Wolfsrudel zog spielbestimmend seine Kreise, kam aber nicht in die gefährlich Zone vor Wacker-Tormann Wedl. Nach knapp einer Stunde reagierte Struber und schickte Liendl auf das Feld. der Routinier sollte es doch noch richten für den Tabellendritten der tipico-Bundesliga. Liendl übernahm auch sofort den Taktstock, der Druck der Gäste nahm zu. Weil die Entlastungsangriffe ausblieben, verlagerte sich der Pokalfight fast ausschließlich in die Hälfte der Schwarz-Grünen, die den Vorsprung mit Herz und Leidenschaft verteidigten. In der 75. Minute musste "Sechser" Karim Conte angeschlagen in die Kabine. Am 1:0-Achtelfinalsieg änderte das auch nichts mehr. Zumal Wedl in der 81. Minute mit einer tollen Parade den Ausgleich verhinderte. Riesenjubel beim Schlusspfiff, mit dem Viertfinaleinzug setzte das junge Wacker-Team (Altersdurchschnitt 21 Jahre) ein Zeichen für die Zukunft.