tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 01. November 2019

Georg Fraisl

Lebenszeichen von Schwarzgrün

Wäre Fußball eine ganz gewöhnliche Schlussrechnung, dann würde Wacker Innsbruck den Tabellenführer der deutschen Bundesliga 5:0 besiegen.
Weil Wolfsberg in der Europa-League in Mönchengladbach 4:0 gewonnen hat und die Schwarzgrünen die Gladbach-Besieger am Mittwoch mit 1:0 in die Knie zwangen.

Klingt lustig, ist aber ein Schmarrn. Eh klar. Die Faszination von Fußball ist, dass der Taschenrechner keine Dimension hat.
„Schön“, lobte auch ein Ex-Internationaler beim Verlassen des Tivolistadions und fügte grinsend hinzu: „Aber der unnötigste Sieg des Jahres.“
Stimmt. Weil ein Dreier mehr im Abstiegskampf der Bundesliga im Frühjahr vergleichsweise um Welten wichtiger gewesen wäre. Und selbst jetzt im Meisterschaftsbetrieb des Zweitliga-Herbstes würde ein voller Erfolg wohl viel mehr beruhigen.
Und doch ...

Es war ein gefühlter Meilenstein, der Wacker da gelungen ist. Weil es ein lautes Lebenszeichen eines Vereines war, der im großen, grauen Meer der Erinnerungen zu versinken droht. Durchaus langsam, aber ebenso sicher. Mit sinkenden Zuschauerzahlen, schwindenden Medien-Kontakten, abklingenden Aufregungen. Ein ehemaliger Stern am Tiroler Sporthimmel scheint zu einer Schnuppe zu verkommen.
Er war wertvoll, dieser Sieg, weil ein Cup-Viertelfinale nicht nichts ist. Und zeigt: Uns gibt es noch!