tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 06. November 2019

Florian Madl

Der FC Wacker hofft auf die Hilfe von Investoren

Beachtlich, was im jungen Wacker-Kader (im Schnitt 21 Jahre) steckt. Nur finanziell läuft es nicht rund, Investoren gelten als Hoffnungsträger.

Innsbruck - Sportlich befindet sich der FC Wacker Innsbruck auf einem guten Weg: In der 2. Liga gelang zuletzt ein Sieg bei der Lustenauer Austria, im ÖFB-Cup der Einzug ins Viertelfinale (Sieg über den WAC). Beachtlich für die junge Mannschaft von Thomas Grumser, die in ihrer Unbekümmertheit ans vergangene Jahr erinnert.

Doch die Uhr tickt abseits des Spielfelds, am 15. November ist es so weit: Die Verantwortlichen der Fußball-Bundesliga fordern vom Verein neben der monatlichen Liquiditätsberichterstattung eine "positive Fortführungsprognose", um eine gesicherte Zukunft darzustellen. Für Präsident Gerhard Stocker "eine Challenge" - das aktuelle Budget (3,2 Mio. Euro) reiche nicht, eine halbe Million fehle. "Es ist so, die Saison ist nicht ausfinanziert."

Hintergrund: Der vielversprechende Transfer von Manuel Maranda (derzeit Carl Zeiss Jena/GER), der 600.000 Euro und damit Schuldenfreiheit gewähren sollte, scheiterte im Sommer. Zwar unterzeichnete der FC Barns­ley, augenblicklich Vorletzter der zweiten englischen Liga (Championship), den Vertrag. Aber ein Wechsel in der Eigentümerstruktur stellte die Weichen neu, plötzlich wurden Rückenbeschwerden für die Absage an die Tiroler ins Rennen geführt. Das beim Weltverband FIFA anhängige Verfahren kann sich über zwei Jahre ziehen - Zeit, die man in Innsbruck nicht hat.

Ein Silberstreif am Horizont: Mit Investorengruppen soll der Verein in Kontakt sein, auch bezüglich des geplanten Trainingszentrums in Mieming, Spuren führen in die USA und nach Griechenland. "Aber zu Wasserstandsmeldungen will ich mich nicht äußern", hielt Stocker fest, eine Entscheidung soll demnächst fallen. Eine Heimstätte am Plateau sei jedenfalls nötig, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dem Wattener geben die jüngsten Transfers Recht (u. a. Vallci, Taferner). "Ohne diese Erlöse hätten wir schon zusperren müssen." Auch Spieler wie Thomas Kofler (21 Jahre), Karim Conté, Raphael Gallé (beide 20), Felix Bacher (19) und Felix Köchl (17) haben aktuell das Interesse anderer Vereine geweckt, der Sprung könnte wie jener von Matthäus Taferner (18/Dyn. Dresden) bald erfolgen.

Doch Gerhard Stocker wundert sich auch über den Stellenwert des Fußballs in Tirol: "Es ist bezeichnend, wenn sich kein Verein zu einem möglichen Aufstieg in die zweite Liga bekennt."

Der Präsident hofft indes weiter auf Unterstützung durch Sponsoren, diesmal allerdings voller Gelassenheit: "Ich sehe das mittlerweile pragmatisch." Und wie aus dem Vereinsumfeld zu hören ist, sollen auch Stockers Ambitionen auf eine Fortführung der Präsidentschaft bescheiden sein. Die jüngste Entwicklung trägt jedenfalls nicht dazu bei, dass der Wattener bei der Generalversammlung im Jänner eine weitere Funktionsperiode anstrebt.