tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 29. Juli 2020

Florian Madl

Christopher Knett und die griechische Komödie

Ex-Wacker-Kapitän Christopher Knett am Scheideweg: Das Gastspiel bei Griechenlands Erstligist Panetolikos kommt einem Lehrjahr gleich.

Innsbruck - In Innsbruck zeigte das Thermometer gestern 34 Grad an, für den auf Tirol-Urlaub befindlichen Christopher Knett geradezu eine Wohltat. In seiner griechischen Wahlheimat nahe Agrinio maß man 36 Grad - allerdings ist dort selten ein Ende der Hitzewelle in Sicht.

Mit Wacker-Tormann­trainer Dominik Bichler hält sich "Knetti" dieser Tage für den Trainingsauftakt in Griechenland in Schuss (6. August), sein erstes Jahr in der Super League war ein echtes Lehrjahr: "Es war eine tolle Erfahrung mit einigen unerwarteten Momenten." Dazu zählte weniger die Corona-Zeit als vielmehr die für Profi­verhältnisse ungewöhnliche Trainingsfrequenz (nur einmal täglich). Das klingt ein wenig nach griechischer Komödie. "Chris", wie sie den 29-jährigen Schlussmann bei Panetoliko­s bezeichnen, hielt sich selbst mit Zusatzeinheiten in Form, die Statistik attestiert ihm eine gute Saison samt Klassenerhalt:

23 Spiele trotz Verletzungspausen, davon acht ohne Gegentor, weisen ihn als sicher­e Bank aus. "Die Liga ist ein Wahnsinn, die Fans fiebern für ihre Klubs." Die Kehrseit­e der Medaille: Ein häufiges Kommen und Gehen auf der Trainerbank, auch Knett erlebte das. Und auch das Gehalt traf nicht immer dann ein, wenn es zu erwarten war.

Der Wanderzirkus Profifußball könnte auch Christopher Knett bald in Bewegung setzen. Der Wiener sucht die sportliche Herausforderung. "Ich möchte mich weiter oben orientieren." Zwar hoffen einige Fans des FC Wacker auf eine Rückkehr des Publikumslieblings, aber daraus wird angesichts der anstehenden Verpflichtung von Marco Knaller (Ingolstadt) wohl nichts. Und auch die Familie spielt eine große Roll­e: Sohn Luis steht vor dem Schuleintritt, mit seiner Frau Sonja erwartet er das zweite Kind. "Ich bin für alles offen", meinte Knett beim gestrigen Gespräch mit einem Blick auf die Nordkette. Und er ließ keinen Zweifel offen, dass es ihm nicht nur, aber auch in Österreich gefallen würde.

Vorerst wird am Samstag in Innsbruck der 30. Geburtstag gefeiert - Ex-Wacker-Kollege­n sind dabei ...