tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 01. Oktober 2020

Florian Madl

Kirchlers 50er im kleinen Kreis

Leben im Zeichen des Fußballs: Tiroler Meister-Kicker, Nicht-Abstiegs-Held, Akademieleiter.

Wattens - Im kleinen Kreis, mit Frau Eva-Maria, Sohn Konstantin, einigen Freunden und Weggefährten, feierte Roland Kirchler am Dienstagabend seinen 50er. Das wäre wohl auch ohne Corona so gewesen, denn der Leiter der Tiroler Fußball-Akademie treibt sich ohnedies laufend auf Sportplätzen und in seinem Büro herum.

Fad wird ihm nicht, dem Mittelfeld-Turbo früherer Tage. So blickte der 28-fache Nationalspieler (5 Tore) am Tag danach auf seine bewegten Jahre als Fußballer und Trainer zurück. "Darauf, dass mich Ernst Happel als Wattener Zweitliga-Spieler entdeckt hat, bin ich stolz." Es folgten Meistertitel unter dem legendären "Wödmast­a", später unter Kurt Jara.

Doch es gab auch Tiefschläge wie die Nichtberücksichtigung für den WM-Kader 1998 in Frankreich. "Als Rapid- oder Austria-Spieler wäre ich wohl dabei gewesen", blickt Kirchler auf das zwiespältige Ost-West-Verhältnis früherer Tage zurück. Und dann war da noch der 8. September 2001, das Quali-Spiel für die Champions League gegen Lok Moskau. Sein Linksschuss ans Lattenkreuz besiegelte in der Schlussphase das Ausscheiden des drückend überlegenen FC Tirol. "Manche glauben: Vielleicht wäre es dann später oder gar nicht zum Konkurs gekommen. Aber so ist eben der Fußball - beinhart!" Nach einem kurzen China-Gastspiel ging es bei Austria Salzburg und Pasching, Red Bull Salzburg und Altach weiter. Und in Wattens, wo alles begann, ging es 2009 zu Ende. Als Trainer war Kirchler für das Nicht-Abstiegs-Wunder des FC Wacker in Wolfsberg verantwortlich (2013) - und jetzt?

Als Tiroler Akademieleiter predigt Roland Kirchler das, was ihn als Spieler groß gemacht hat. "Es braucht keine Computer-Fußballer, unsere Talente müssen Kind sein dürfen." Nicht nur wegen Sohn Konstantin (12) weiß das der Flügel-Turbo früherer Tage, der demütig bleibt: "Der Fußball von heute ist etwas für Sprinter, nicht für Ausdauerläufer." Die Dynamik nötigt ihm, der nach Eigendefinition "auch nicht der Langsamste war", Respekt ab. Alles Gute, Roli!