tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 05. Oktober 2020

Alex Gruber/Thomas Mair

Der Play-off-Kampf spitzt sich zu

Mit dem 2:1-Sieg über den FC Wacker baute der SV Wörgl seine Position in der Regionalliga Tirol aus. Die schwarz-grünen Fohlen stehen nach drei Niederlagen in Serie im Kampf um die Top zwei in der Pflicht.

Mieming, Innsbruck - Viele Mannschaften wollen ins Play-off: "Die Qualität in der Liga ist noch einmal höher geworden. Wir geben immer das letzte Hemd und das müssen wir für einen Dreier", sprach Wörgl-Trainer Denis Husic nach dem Sieg über Wacker.

Wer den Wörgler Langzeit-Coach kennt, weiß, dass dieser Erfolg runterging wie Öl. Denn der zweite Anzug des FC Wacker Innsbruck lief in der Start­aufstellung mit neun Spielern (Eckmayr, Kopp, Aba­li, Hubmann, Martic, Faley­e, Joa Luiz, Mandl, Ibrisimovic) auf, die im Kader der Profimannschaft stehen.

"Das kann man dann am Platz nicht immer sofort umsetzen, ist aber keine Entschuldigung", notierte Wacker-Coach Richard Slezak, dass zwar die im Training eingeschleiften Automatismen fehl(t)en, man aber dennoch anders auftreten müsse: "Der Gegner wollte mehr gewinnen. Sie haben sich mehr geopfert für die Mannschaft auch in den Zweikämpfen. Die Einstellung hat schon gestimmt, aber wir waren nicht bereit, dorthin zu gehen, wo die Schmerzen sind", attestierte der Slowake.

Wörgl liegt im Kampf um die ersten zwei Plätze - im Frühjahr spielen die beiden besten Tiroler Teams gegen je zwei aus Vorarlberg und Salzburg um den Aufstieg in Liga zwei - und nach Verlustpunkten zehn Punkte vor den schwarz-grünen Fohlen. Husic lässt sich davon aber nicht blenden: "Wir müssen erst unsere Nachtragsspiele gewinnen, jeder kann jeden schlagen."

"Es schaut nicht schlecht aus, aber die Liga ist extrem ausgeglichen. Wir können auch nur Sechster werden", diktiert Kitzbühels sportlicher Leiter Thomas Hartl nach dem 2:0-Sieg in Schwaz, der ohne Maximilian Gruber (gesperrt) und Christian Pauli eingefahren wurde. Von Ausfällen (Cihak, Patrick Knoflach, Viertler) war auch der SC Schwaz betroffen, den momentan auch in der Offensive (am zweitwenigsten erzielte Treffer) der Schuh drückt. Den Ausschluss gegen Sebastian Vogler konnte Schwaz-Trainer Akif Güclü indes nicht nachvollziehen: "Die Moral nach der Fehlentscheidung hat gepasst. Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen. Ich bin überzeugt, dass wir gegen Wörgl (Nachtrag am Mittwoch) jetzt zuhause einen Dreier holen", krempelte er die Ärmel gleich wieder hoch.

Reichenau-Schlussmann Clemens Steiner muss nach seinem Schienbeinbruch - Trainersohn David hielt ihm am Spielfeld die Hand - noch voraussichtlich bis Mittwoch im Kufsteiner Krankenhaus bleiben, per SMS tauschte sich der "Clemi" schon mit Coach Gernot Glänzer aus. Anscheinend liefen nach Steiners Verletzung, die er sich bei einer Rettungstat zuzog, schon während des Siegs in Kufstein die Drähte heiß: "Legende" Matthias Hörtnagl (32) kehrt zumindest bis zur Winterpause aus dem "Karriereende" zurück. Gerüchten zufolge soll Tormanntrainer Werner Brugger den "Hörti" schon gestern warmgeschossen haben. Bei Offensivmann Michael Rauth gab es nach Knieschmerzen Entwarnung.

Die Torhüter halten auch Telfs-Trainer Daniel Osl auf Trab. Beim 5:2-Sieg in Hall flog Daniel Mittermair mit Rot vom Platz, der 16-jährige Lorenz Randl ("Er hat es gut gemacht") musste rein. "Vielleicht sollte ich unseren Torhütern sagen, dass man außerhalb des Strafraums die Hände nicht benutzen darf", lacht Osl. Tabellarischer Nachsatz: "Vielleicht müssten wir ein bisschen weiter oben stehen."

Hall Neo-Coach Josef Geisler weiß um das harte Los bei den Löwen: "Es ist eine große Verunsicherung da, die lähmt. Und deswegen fehlt auch die Aggressivität auf dem Platz, das ist für alle Beteiligten nicht angenehm. Wir müssen weiterarbeiten."

Die Sonntags-Matinee zwischen den WSG Tirol Amateuren und SC Imst wurde wegen eines positiven Corona-Tests bei den Hausherren am Samstagnachmittag von der Behörde untersagt - schon wieder ein Nachtragsspiel mehr.