tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 04. November 2020

Tobias Waidhofer

Trauern statt Fußball spielen


Der ÖFB sagte alle geplanten Spiele im ÖFB-Cup wegen des Terroranschlags in Wien ab. Der FC Wacker und die Reichenau zeigten Verständnis für die Entscheidung.

Wien, Graz, Innsbruck - Der Bus des FC Wacker hatte sein Ziel fast schon erreicht, als die Nachricht kam: Der Terror­anschlag in Wien führt zur Absage der für gestern und heute geplanten Spiele des ÖFB-Cups. Das stand allerdings nicht mit Sicherheitsbedenken in Zusammenhang: "Die Bundesregierung hat empfohlen, der Intention der Staatstrauer Rechnung zu tragen und alle Veranstaltungen in den kommenden drei Tagen abzusagen. Diesem Wunsch kommen wir als ÖFB selbstverständlich nach", wurde der Präsident des österreichischen Fußball-Bundes, Leo Windtner, in einer Aussendung zitiert.

Bei den Vereinen traf man auf Verständnis: "Wir haben die Ereignisse von Wien mit Bestürzung aufgenommen und können die Spielabsage aus diesem Grund nachvollziehen", betonte Wacker-Trainer Daniel Bierofka. "Die Kurzfristigkeit ist natürlich nicht ideal, da wir bereits auf dem Weg nach Graz waren, aber da gilt es nun, Solidarität walten zu lassen."

Ähnlich verständnisvoll formulierte man es in der Reichenau, wo der Regionalligist heute in einem Zweitrunden-Nachtrag auf BW Linz getroffen wäre. Bitter für die Innsbrucker, die mit viel Herzblut und unter ständig veränderten Rahmenbedingungen (Stichwort Corona) eine Austragung erwirkt hatten.

Wann die Partien nachgeholt werden, steht noch nicht fest, wegen des engen Terminkalenders durch den aufgrund der Coronavirus-Pandemie verspäteten Saisonbeginn gibt es allerdings nur wenig Spielraum.

"Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen des gestrigen schrecklichen Angriffs in unserer Bundeshauptstadt Wien sowie deren Lieben und Angehörigen. Unser Dank gebührt den zahlreichen Einsatz- und Rettungskräften, die in dieser beispiellosen Ausnahmesituation Großartiges geleistet haben und nach wie vor leisten. Beweisen wir, dass wir in Wien und ganz Österreich zusammenhalten. Dass wir zu unseren Werten stehen und sie weiterhin gemeinsam leben und schützen werden. Veranschaulichen wir mit allen Mitteln, dass Hass kein Bestandteil der Werte unserer Gesellschaft und des Fußballs ist - und nie sein wird", verlautete der ÖFB.

Mit der Absage vor allem der in Wien angesetzten Partien (Austria - Hartberg; FAC - Klagenfurt) war bereits in den frühen Morgenstunden des Dienstags spekuliert worden, offiziell wurde diese allerdings erst am späten Nachmittag.