tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 12. November 2020

Florian Madl

Grumser wird hoch gehandelt

Der ehemalige Wacker-Trainer gilt in Ried und Altach bereits als Nachfolgekandidat.

Innsbruck - Keine Frage - Thomas Grumser hat beim FC Wacker Innsbruck Spuren hinterlassen. Das wurde erst kürzlich offensichtlich, als beim unansehnlichen Heimspiel gegen BW Linz (0:4) der Name des Ex-Trainers skandiert wurde. Das Band zwischen dem seit Kurzem 41-Jährigen und Manager Alfred Hörtnagl war zerschnitten, die vorzeitige Bestellung von Nachfolger Daniel Bierof­ka brachte das zum Ausdruck. Noch läuft allerdings der Vertrag des Ex-Profis (bis 2021), dem vor allem die jungen Spieler nachtrauern: Manchem von ihnen verlieh der zweifache Familienvater Flügel, das Vertrauen in Leute wie Felix Bacher (mittlerweile Freiburg) oder Matthäus Taferner (WAC) sollte sich für die Spieler und den Verein rechnen. Und für Grumser?

"Es freut mich, wenn meine Arbeit honoriert wird", meinte der Tüftler gestern. Selbst in seiner beruflichen Auszeit schaut sich Grumser drei bis sechs Spiele wöchentlich an, bleibt so gesehen am Ball. Das Interesse an ihm stieg zuletzt, Länderspielpausen gelten als Zeit der Bestandsaufnahme für diverse Vereine.

Austria Lustenau, dem LASK (Offensivkoordinator), Steyr und Horn gab der Innsbrucker einen Korb, für ihn müsse es "passen". Es geht um Ligahöhe, Ambitionen des Vereins, Infrastruktur und nicht zuletzt das zur Verfügung stehende Personal. "Ich kann mir auch einen Zweit- oder Drittliga-Verein im Ausland vorstellen", macht der Jungtrainer aus seinen Vorstellungen keinen Hehl.

Als wahrscheinlicher gilt derzeit allerdings ein inner­österreichisches Abenteuer, die Namen Altach und Ried kursierten zuletzt an der Gerüchtebörse. Es wären Vereine von Grumsers Kragenweite, deren Ansprüche sich derzeit nicht in der Bundesliga-Tabelle widerspiegeln. Familiäre Clubs mit solider Basis, denen Grumser mit seiner aggressiven Spielidee (Pressing, umschalten) einen Schliff geben könnte.

Vorerst genießt er das Papa-­Sein mit seinen beiden Fußballer-Söhnen: "Das kam in den letzten Jahren ohnehin etwas zu kurz." Aber der Anruf eines Clubs könnte bald kommen.