tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 14. November 2020

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Die „Rennpferde“ vermehren sich

Das Coronavirus schränkt mit vielen geschlossenen Sportanlagen die Bewegungsfreiheit ein. Geht der Ball verloren, liegt auch bei Kickern die Laufbahn nahe.

Innsbruck - Was ist trainingstechnisch - bald drohen neue Beschränkungen - erlaubt, was nicht? Auf den noch geöffneten Freiluft-Anlagen darf man laufen wie "herumturnen". Die Abstände müssen bei den "Maßnahmen zur Erhaltung der psychischen und physischen Gesundheit" freilich eingehalten werden, die kreative Suche nach Schlupflöchern läuft.

Am späten Donnerstagnachmittag herrschte am Tivoli W1 reger Betrieb. Am Hauptfeld tanzten Wackers Zweitliga-Profis nach der Pfeife von Cheftrainer Daniel Bierofka. Rundherum sehnten die FCW-Amateure wie Nachwuchs­kicker beim Athletik-Training derzeit verbotene Berührungen mit dem geliebten Leder herbei. "Wir halten uns an die Regeln", stellt Wackers Sportchef Alfred Hörtnagl auch bezüglich der zweiten Mannschaft klar. Andere Clubs/Regionalligisten spulen derzeit ein Heimprogramm ab.

Gerüchte machen wie immer die Runde. Fakt ist, dass der FC Wacker über die Initiative von Bob-Olympiasieger Gerhard Haidacher schon vor knapp einem Jahr an die 100 schwarzgrüne KickerInnen im Verein "Power Speed AC" formiert hat, die Nachwuchsspieler sind auch beim Tiroler Leichtathletik-Verband gemeldet, dort nahmen laut Verbandsoberhaupt Reinhard Kessler einige vom "Powe­r Speed AC" schon bei Meisterschaften teil. "Wir müssen auch unter den Verbänden zusammenhalten, dass sich die Kinder vernünftig bewegen können", hält Kessler fest.

Der Amateur-Sport bewegt sich dieser Tage in einem Graubereich, dem aufgrund der steigenden Infektionszahlen trotz bekannt niedriger Sport-Cluster weitere Verdunklungsgefahr droht. "Der beste Gegner für Covid-19 ist doch ein intaktes Immunsystem", führt Rudi Stadler, Leiter in der Talenteschiene des Tiroler Fußballverbandes (LAZ, Vor-LAZ), aus.

Eine Abklärung von "Sport Austria" mit dem Gesundheitsministerium förderte zutage, dass ein Gruppentraining (nur outdoor, keine Kontaktsportarten) mit zwei TrainerInnen und sechs aufsichtspflichtigen Kindern (auch aus unterschiedlichen Haushalten) noch möglich wäre.

Auf Zahlen folgen seit dem Frühjahr Verordnungen, was unter den Verantwortlichen konsequent bleibt, ist die brennende Frage, wie viel Handlungsspielraum zur Verfügung steht. Im geistigen Sinne tut die Sportfamilie gut daran zusammenzustehen. Ganz besonders, wenn es um den Nachwuchs und künftige "Rennpferde" geht.