tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 20. Februar 2021

lex

Jetzt geht der ÖFB in die (politische) Offensive

Innsbruck - Der Tiroler Fußball­verband macht auf seiner Homepage ("Wir verlangen, umgehend Fußballtraining zu ermöglichen") Begleitmusik zum "offenen Brief", den der Österreichische Fußballbund gestern an das Dreigestirn Kanzler (Kurz), Vizekanzler/Sportminister (Kogler) und Gesundheitsminister (Anschober) übermittelt hat.

Monatelang habe man auch im größten heimischen Sportverband in der Öffentlichkeit den Mund gehalten, mit Präventionskonzepten rund um die Vereine seine Mitarbeit dokumentiert. "Dieses Verständnis stößt nun aber absolut an seine Grenzen."

Schon seitens des Tiroler Fußballverbandes gab TFV-Vizepräsident Arno Buche­r (die TT berichtete) diese Woche zu Protokoll, dass der Sport in den vergangenen Pressekonferenzen nicht einmal eine Erwähnung fand. TFV-Oberhaupt Josef Geisler, seines Zeichens auch ÖFB-Vize­präsident und rechte Hand von Chef Leo Windtner, findet auch unmissverständliche Worte: "Ich finde es überfällig, aus der Rolle des Bittstellers wegzukommen und etwas zu verlangen."

Wie das TFV-Präsidium um Geisler und Bucher stets betont, erwähnt auch der ÖFB in seinen Zeilen, dass der Sport für alle Gesellschaftsschichten, also auch für sozia­l schwächer gestellte Familien, eine unglaublich wichtige Plattform zur sozialen Interaktion sei. Ganz abgesehen davon würde man möglicherweise auch Menschen erreichen, die bislang noch nicht Teil der Testserien waren.

Dass - ausgenommen in Kabinen und Kantinen - der Sport in den vergangenen Monaten nie ein Pandemietreiber war, sei empirisch hinlänglich bewiesen. Über den Beitrag zur Volksgesundheit muss man an dieser Stelle genauso wenig diskutieren.

Geht das Trainingsfenster für die dritte Leistungsstufe am Montag auf, würde sich z. B. die Wertung der Regionalliga Tirol an 14 Spieltagen (80 Prozent) ablesen. Bleibt die Tür zur, steht das Endergebnis nach neun Runden (50 %) fest. In Summe geht es bei aller gesundheitspolitischen Verantwortung aber um viel mehr - und zwar darum, die Kraft nicht an der Wurzel (Nachwuchs) zu verlieren.