tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 04. April 2021

Wolfgang Müller

FC Wackers Abwehrkette hat sich aufgelöst

Die Freude über den 3:1-Heimsieg trübten beim FC Wacker vor dem Schlager bei BW Linz Serien-Ausfälle in der Verteidigung.

Innsbruck - Eine positive Geschichte mit bitterem Beigeschmack war der Karfreitag für den FC Wacker. Mit dem 3:1 gegen Amstetten wurden drei wichtige Punkte eingefahren. Weil Austria Klagenfurt beim FAC nur ein 0:0 fabrizierte, beträgt der Rückstand auf die Kärntner im Aufstiegskampf nur noch zwei Zähler. Der Sieg gegen Amstetten war hochverdient, auf Grund der Begleiterscheinungen bemerkenswert und im Hinblick auf den morgigen Schlager gegen BW Linz eine Moralspritze.

So weit, so gut, doch positiv war eben nicht nur der sportliche Auftritt. Corona sorgte im Vorfeld der Begegnung für Wirbel. Thomas Kofler und Darjo Grujcic verabschiedeten sich mit positiven Tests in die Quarantäne. Das war aber nur der Anfang einer schier endlosen Pech- und Pannenserie in der FCW-Verteidigung. Dabei wünschte sich Trainer Bierofka vor dem Spiel gegen Amstetten, dass er endlich einmal mit ein und derselben Viererkette zwei oder mehrere Spiele bestreiten kann. Dass sich die FCW-Abwehrkette mit Schlusspfiff völlig aufgelöst hatte, war dann schon heftig.

Markus Wostry schlich nach 12 Minuten mit einer neuerlichen Wadenverletzung geknickt in die Kabine. Lukas Hupfauf kassierte Gelb-Rot, Alexander Joppich sah die fünfte Gelbe Karte. Beide sind somit am Montag gesperrt. Zur "Seuche" der Verteidiger passte der positive Corona-Test von Pechvogel Stefan Meusburger, der sich nach einer Bandscheibenoperation zurückkämpft.

"Jammern bringt nichts. Der Sieg gegen Amstetten war ein positiver Schub und brachte die Erkenntnis, dass wir einen guten Kader haben", so FCW-Sportchef Alfred Hörtnagl, der sich so wie Bierofka über die Leistungen von Florian Kopp (19) und Clemens Hubmann (20) freute, die beide in der Start-Elf standen. "Jetzt bekommen andere auch noch ihre Chance", bastelte Bierofka noch am Abend nach dem 3:1-Heimsieg an möglichen Abwehrvarianten. "Das 0:0 von Klagenfurt hab ich nur am Rand mitbekommen."

Der Wacker-Coach wird wohl auf das junge Duo Sefik Abali (18)/Flo Kopp (19) im Abwehrzentrum setzen, weil Anel Hadzic angeschlagen ist. "Marco Holz in die Abwehr zurückzuziehen, ist für mich keine Option, weil er diese Position noch nie gespielt hat." Rechts verteidigt Flo Jamnig, links könnte Felix Köchl zum Einsatz kommen. Aus der zweiten Mannschaft rückt mit Stefan Pribanovic ein Innenverteidiger in den Kader. "Damit ich reagieren kann, wenn wieder etwas passiert", so Bierofka.

Positiv waren aus Wacker-Sicht gegen Amstetten nicht nur drei Corona-Tests, sondern die Reaktion der Mannschaft darauf. Und ein Tor als perfekter Frustlöser. Ronivaldo beendete mit dem 2:1-Führungstor seine seit 20. November andauernde Torsperre. "Das ist gut und befreiend für ihn und natürlich gut für uns", hofft Bierofka auf weitere Treffer des Brasilianers. Am besten schon morgen in Linz.