tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 06. April 2021

Florian Madl

Atmosphärische Störungen mit dem Investor?

Aufstiegspflicht oder nicht, Mieming oder Innsbruck: Die Mauer der Eintracht zwischen FC Wacker und Geldgeber bekam zuletzt Risse.

Innsbruck - Über das Verhältnis zum Hamburger Investor verliert man beim FC Wacker Innsbruck nur die besten Worte. Der Partner, in der Geschäftsstelle liebevoll "Otto" genannt und mit einem Mehr-Jahres-Vertrag an den Verein gebunden, denk­e langfristig, übe keinerlei Druck beim Thema Aufstieg aus und sei schlichtweg in Tirol vernarrt.

Unlängst traf der namentlich nicht genannt werden wollende Deutsche auch BM Georg Willi und schwärmte von einer Stadtteilentwicklung, für die er sich bis zu 600 Millionen Euro Investitionsvolumen vorstellen könne. Auch mit LH Günther Platter wurde ein Termin anberaumt.

"Otto" - als verlängerter Arm des Investors fungiert in Innsbruck Jens Duve - treibt vor allem das Thema E-Sports voran, dafür soll neben Top-20-Spielern aus der FIFA-Weltrangliste demnächst eine Räumlichkeit in Innsbruck akquiriert werden. Kurzum: Alles bis hin zur Büro-Software entwickelt sich beim Traditionsverein, der heuer auf ein stolzes Budget (6,4 Mio. Euro) zurückgreifen kann.

Doch das Porzellan bekam zuletzt Risse. Etwa beim Thema Saisonziel, denn ein Nicht-Aufstieg stünde nicht zur Diskussion, für Manager Alfred Hörtnagl und Trainer Daniel Bierofka könnte ein weiteres Jahr 2. Liga dem Vernehmen nach Konsequenzen mit sich bringen. Dass nämlich der deutsche Ex-Nationalspieler Dennis Aogo lediglich zum Schnuppern nach Innsbruck kam, verneinen gut informierte Quellen.

Und dann das Trainingszentrum: Während der Vereinsvorstand Mieming als Standort forciert, setzt der Geldgeber auf das platzbedingt heikle Pflaster Innsbruck, zuletzt waren auch Optionen in Kematen, Volders und Rum ein Thema.

In den Sitzungen sei der Umgangston nicht immer der feinste, weshalb auch ein Vorstandsmitglied TT-Informationen zufolge angezählt sei. Es geht auch um den Zeitpunkt von Zahlungen aus Hamburg, die mitunter verspätet erfolgen. Etwas, das man beim FC Wacker nicht kennt. Alt-Präsident Gerhard Stocker hatte stets höchsten Wert auf pünktliche Überweisungen gelegt. Auch gestern hieß es aus Spielerkreisen, dass die Monatsgehälter am Freitag bislang nicht auf dem Konto eingelangt seien. Die Zahlungen würden ansonsten regelmäßig am Monatsende fließen. Vorstandsmitglied Felix Kozubek konnte das nicht bestätigen, meinte aber zur Zusammenarbeit: "Diskussionen gibt es immer wieder, das gehört dazu."

Es ist die Ausrichtung, über die man sich beim Verein nicht einig sein dürfte. Und es scheint nicht klar, wer operativ am längeren Hebel sitzt.