tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 25. April 2021

Wolfgang Müller

Fallschirmbengalos außer Kontrolle

Innsbruck – „Ich hab’ im Fußball schon viel erlebt, aber so was noch nicht“, war die Feuernacht im Tivoli auch für Klagenfurt-Trainer Peter Pacult eine völlig neue Erfahrung. Ein Spiel, das wegen der Pandemie unter Ausschluss der Zuschauer stattfand, stand wegen eines Fan-Feuerwerks vor dem Abbruch. „Ein Wahnsinn. Bis zu diesem Zeitpunkt ein Superspiel und dann so was“, ärgerte sich TFV-Präsident Sepp Geisler, der auch den Verein mit in die Pflicht nimmt: „Weil die Führung des FC Wacker diese Klientel einfach nicht in den Griff bekommt.“

Auslöser der Spielunterbrechung und des Feuerwehreinsatzes waren Bengalos, die in der 30. Minute zum 30-Jahr-Jubiläum der „Verrückten Köpfe“ vor dem Stadion abgefeuert wurden. „Wir wussten nichts und waren selber überrascht“, erklärte FCW-Präsident Joachim Jamnig, der die Aktion, die nicht angemeldet war, natürlich verurteilte: „Wir stehen in regem Austausch mit unseren Fans. Aber Aktionen, die Menschen gefährden und beträchtlichen Schaden verursachen, sind nicht zu tolerieren.“

Durch starken Wind gerieten die abgefeuerte Fallschirm-Bengalos außer Kontrolle. Zum Glück blieben die Spieler verschont, sonst wäre die Partie gleich abgebrochen worden. Die Verschalung einer Lautsprechbox unter dem Stadiondach fing Feuer, das Spiel musste unterbrochen werden, die Feuerwehr parkte direkt im Stadion und löschte den Brand. Doch damit ist die Sache noch lange nicht beendet. Jetzt ermitteln Polizei und Veranstaltungsbehörde. Videoaufnahmen werden durchgeforstet, der entstandene Schaden wird festgestellt. Ob die Bundesliga Strafen gegen den FC Wacker ausspricht, wird sich weisen. So einen Anlassfall gab es nämlich noch nicht. „Vorfälle, die im Stadion passieren, dafür sind wir verantwortlich. Aber was vor dem Stadion passiert, dafür können wir nicht zur Verantwortung gezogen werden“, hofft Jamnig, dass der FC Wacker nicht zum Handkuss kommt.