tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 29. Mai 2021

Georg Fraisl

Peinlich: Wackers Schlammschlacht

> Geschäftsführung ging öffentlich auf den Vorstand los, wirft ohne Beweise „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ vor > Man verkehrt nur per Rechtsanwalt, die interne Erde ist verbrannt > Transfers nicht möglich

Helmut Qualtinger sagte einst: „Die Stierkämpf’ – a matte Sache ... Simmering gegen Kapfenberg, das nenn’ i Brutalität!“
Der berühmte österreichische Kabarettist kannte freilich den Innsbrucker Traditionsklub hamburgischer Prägung nicht. Die interne Schlammschlacht – brutal zum Fremdschämen.

Gestern trat der „FC Hansa Innsbruck“, die Wacker-Geschäftsführung, in der Investor Matthias Siems das Sagen hat, in einer Zoom-Pressekonferenz auf, beschuldigte den gewählten Vorstand des Vereins Wacker Innsbruck finanzieller Unregelmäßigkeiten. Ohne (angeblich aus rechtlichen Gründen) konkreter zu werden. „Es geht um mehrere 10.000 Euro, die anders verwendet wurden, als angegeben“, wie Neo-Geschäftsführer Dennis Aogo ausführte. Beweise gibt’s (noch) keine, die Sache wird erst geprüft. Dass es sich angeblich um 10.000 Euro von den Wacker-Damen handelt, wurde nicht bestätigt.

Der Verein Wacker schweigt, um künftige Zahlungen nicht zu gefährden, verwehrt der GesmbH aber schon länger die Konteneinsicht, lässt sich jede Rechnung über 1000 Euro vorlegen, verkehrt mit „Hansa“ nur via Rechtsanwalt.

Offene Zahlungen

Die große Schlammschlacht. Der Traditionsklub taumelt dem Abgrund entgegen. Dringend notwendige Schritte auf dem Transfermarkt sind unmöglich, niemand unterschreibt. Und Investor Siems ist einen hohen sechsstelligen Betrag schuldig, der gemäß des 10-Jahres-Vertrages schon bezahlt sein müsste.