tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 02. Juni 2021

Gernot Gsellmann

Und Udo sollte singen

An Größenwahn kaum zu überbieten. An Interesse für Wacker Innsbruck wohl kaum zu unterbieten.
Herr S. wollte – abgesehen vom protzigen Stadionprojekt – die Mannschaft samt Personal mit BMWs ausstatten, versprach der Damen-Mannschaft ein Budget von 500.000 Euro. Wechselte zu einem neuen Ausrüster, ohne dem alten (Macron) die ausverhandelte und von Siems versprochene 200.000-Euro-Pönale zu begleichen. Die schwarz-grüne Hymne sollte – ausschließlich – nur mehr von Udo Lindenberg gesungen werden. Wahrscheinlich verbindet die deutsche Rocklegende und Wackers Investor nicht mehr als ihre gemeinsame Heimatstadt Hamburg. Wir wollen’s für Udo jedenfalls hoffen. Oder wie es Wackers ehemaliger Aufsichtsrat Gerhard Stocker formulierte: „In der Welt, in der Siems lebt, möchte ich nicht leben!“

Wie die Fußball-Welt des Tiroler Zweitligisten in naher Zukunft aussehen wird, ist noch offen. Von der Einhaltung der letzten Sommer ausverhandelten Finanzgebarung über das Finden eines alternativen Partners bis hin zu einer drastischen Budget-Kürzung ist alles möglich.
Letzteres wäre Sportboss Alfred Hörtnagl gar nicht recht. „Wir haben eine sehr gute Truppe aufgebaut, wollen sie halten, wenn möglich noch punktuell verstärken.“ Die Zeit drängt, Mitte Juni ist Trainingsauftakt, bis dahin sollte „Butter bei die Fische“ gemacht werden. Was auch immer in den kommenden Tagen bzw. Wochen passiert – Lindenberg hätte die passenden Zeilen, aus einem seiner Hits, für Wacker und dessen Verantwortliche, parat. Sie müssen „durch die schweren Zeiten“! Wenn man was Positives an der Sache finden will: Schlimmer kann es ja kaum mehr werden.