tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 02. Juni 2021

Florian Madl

Es braucht keine Visionen

War es eine Verkettung unglücklicher Umstände, die den FC Wacker Innsbruck in diese ausweglose Situation trieb? Dass sich Vorstand und Geldgeber mittlerweile neutralisieren und mit Vorwürfen nach außen gehen, sich gegenseitig üble Nachrede vorwerfen und juristisch vorgehen wollen, lässt künftig kein Miteinander mehr erwarten. Vorbei die Zeit, da sich die Wacker-Fans über vermeintliche Falschmeldungen mokierten. Die nicht für möglich gehaltene Schlammschlacht ist Realität und sie wäre auch dann in vollem Gange, hätte der Verein den Aufstieg geschafft.

Viele Szenarien stehen im Raum, der Rückzug des Investors scheint bei aller Willensbekundung allerdings wahrscheinlicher als dass der Vorstand die Segel streicht. Ins Bild passt, dass gestern mehrfach das Gerücht von einem neuen Investor die Runde machte. Der x-te Neuanfang eines Vereins, der seinen Anhängern gleichermaßen Freude und Leid beschert.

Das, was der FC Wacker Innsbruck in den vergangenen zwei Jahrzehnten erlebte, passierte in anderen Traditionsvereinen nicht einmal seit der Gründung vor dem Ersten Weltkrieg.

Es ist an der Zeit, sich auf das Wesentliche, das Ureigenste zu besinnen. Es geht um keine Vision 2020, 2025 oder 2030, sondern in erster Linie um Stabilität. Und wenn es eine Vision braucht, dann für heimische Talente, die eines Tages vielleicht am Tivoli auflaufen. Vor vielen Fans und im besten Fall sogar in der Bundesliga.