tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 03. Juni 2021

Florian Madl

Finanzprüfung „so schnell wie möglich“, Hoffen auf Investor 2.0

Nach dem in der Öffentlichkeit ausgetragenen Streit (Dienstag) rückten die rivalisierenden Wacker-Parteien wieder in den Hintergrund. Wie geht es weiter?

Innsbruck – Geplant war es sicher nicht, dass das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel den FC Wacker Innsbruck einmal zum Thema einer großen Geschichte machen würde. Aber gestern Vormittag trafen mehrere Faktoren aufeinander, die das unvermeidlich machten:

Das DFB-Nationalteam gastiert in Tirol und gestern noch dazu mit einem Länderspiel im Wacker-Zuhause Tivoli (gegen Dänemark). Und: Mit Dennis Aogo geriet ein deutscher Ex-Nationalspieler in die Turbulenzen an der Vereinsspitze. Jener Aogo, der mit 88.000 Instagram-Followern und permanenter Medienpräsenz als Dauergast in TV-Studios auftritt. „Schlammschlacht in Tirol – und was Dennis Aogo damit zu tun hat“, lautete die Geschichte, die noch lange nicht fertig geschrieben ist. Die Abberufung der Geschäftsführung und die mediale Offensive des Tiroler Vorstands lässt noch allerhand erwarten, hier ein Vorgeschmack.

Wirtschaftsprüfung: Der einzige Punkt, wo sich die Vertreter des Investors und des Vereinsvorstands einig sind. Die soll „unabhängig“ und „so schnell wie möglich“ stattfinden, bekräftigte gestern Wacker- Sprecher Felix Kozubek. Mögliche Dauer? Vor 1,5 Jahren fand eine solche bereits umfassend statt (Gebietskrankenkasse etc.), letztlich verstrichen drei Monate.

Außenstände: Die belaufen sich derzeit auf 750.000 € (Quelle Vorstand). Im Juni sind zum 15. und 30. (für die kommende Saison) noch einmal Tranchen in Millionenhöhe fällig.

E-Sport: Per WhatsApp wurde das Projekt, ein Steckenpferd von Matthias Siems, beendet. Das Gesamtvolumen laut Kozubek: 1,4 Mio. Euro.

Matthias Siems: Der Investor soll sich in Dubai aufhalten – zu Geschäftszwecken. Aber die Skepsis gegenüber der Zahlungsbereitschaft des Hamburgers sank in den vergangenen drei Monaten stündlich. Der Mann, mit dem der Wacker-Vorstand vor Saisonbeginn einen „wasserdichten Vertrag“ (O-Ton Präsident Joachim Jamnig“) abgeschlossen und wenig später ehrgeizige Ziele formuliert hatte, gibt weiter Rätsel auf. Hatte man sich zunächst im Juni 2020 auf die Einstiegszahlung (500.000 Euro) und eine umfassende Bonitätspru?fung verlassen, so bröckelt die Mauer rund um den Hamburger zusehends. Zuletzt meldeten sich mehrfach Leute in Tirol, die zur Bestärkung dieser Zweifel beitragen.

Investor 2.0: Glaubt man Gerüchten, so laufen Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern. Es soll sich um keinen handeln, dem man im Vorjahr bereits eine Absage erteilt hatte.

Transfermarkt: Dort herrscht aus Tiroler Sicht Ruhe. Fu?r Zugänge braucht es Geld, Interessenten warten zu. Im schlimmsten Fall sind Wacker-Spieler bald „Sonderangebote“...