tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 06. Juni 2021

Wolfgang Müller

Löwe Biero hasst „linke Tour“

Daniel Bierofka geht davon aus, dass er trotz aller Turbulenzen auch in der Saison 2021/22 Trainer beim FC Wacker bleibt.

Innsbruck – Die Finalpleite gegen die OÖ Juniors und die damit verpasste Relegation tut immer noch weh, doch die Saison 2020/21 hat Daniel Bierofka abgehakt, der Fokus liegt auf dem neuen Spieljahr. Der Wacker-Coach hat eine neue Wohnung, ist durchgeimpft und geht Stand Wochenende schon davon aus, dass er seinen Vertrag bei den Schwarzgrünen erfüllt. „Ich bin bereit und will ab 16. Juni mit der Mannschaft voll loslegen.“ Doch ob in knapp zwei Wochen beim FC Wacker alles wieder halbwegs auf Schiene ist, wird sich weisen.

„Man wird sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Eine Zusammenarbeit zwischen Investor und Vorstand ist nach den Vorkommnissen der letzten Zeit wohl nicht mehr möglich“, damit will es der 42-jährige Münchner mit seinem Kommentar zur aktuellen Lage auch schon belassen: „Weil ich erstens zu wenig involviert bin und das zweitens nicht unbedingt meine Sache ist.“

In Sachen Turbulenzen und Querelen hat der bekennende „Löwe“ ohnehin ein dickes Fell: „Ich bin von 1860 in München schon einiges gewohnt, aber das jetzt in Innsbruck ist auch für mich eine neue Eskalationsstufe. Vor allem, dass die Gehälter erst mit Verspätung eintrudeln, lässt sämtliche Alarmglocken schrillen.“ Was dem engagierten und emotionalen Coach auch sauer aufstieß, war die Kontaktaufnahme des damaligen Noch-Hospitanten und späteren Geschäftsführers Dennis Aogo mit einem möglichen neuen Trainer. Thorsten Fink, der schon die Austria trainierte und in seiner Zeit als HSV-Coach auch Aogo unter seinen Fittichen hatte, soll das Objekt der Begierde gewesen sein. Und das mitten in der Erfolgsserie mit Kurs Relegation. „Gehört wahrscheinlich zum Geschäft. Wenn man mit mir nicht einverstanden ist, soll man mir das offen und ehrlich ins Gesicht sagen. Damit hab’ ich kein Problem. Aber linke Touren hintenherum mag ich überhaupt nicht.“

Wie schaut der Blick in die Zukunft aus? Punktuelle Verstärkungen des Kaders waren geplant bzw. praktisch schon unterschriftsreif, doch knapp zwei Wochen vor Trainingsstart steht sogar ein „Sparprogramm“ im Raum. „Markus Wostry und Markus Wallner sind weg, womöglich auch Anel Hadzic. Gehen sich keine Neuzugänge aus, haben wir immer noch eine starke Mannschaft“, gibt sich Bierofka kämpferisch, verweist aber auch im gleichen Atemzug darauf, dass man momentan eben nicht viel planen kann. „Wer weiß, vielleicht steht am 16. Juni Thorsten Fink am Trainingsplatz“, schmunzelt Löwe „Biero“, der beim FC Wacker rund ums Tivolistadion noch nicht ausgebrüllt hat.