tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 08. Juni 2021

Tobias Waidhofer

Der Konflikt hat sich in Briefpapier aufgelöst

Der Streit um die ÖFB-Cup-Startplätze zwischen fünf Regionalligisten ist vorerst beendet. Wörgl wird am Freitag gegen Kufstein spielen.

Innsbruck, Wörgl – Dass Josef Geisler, Präsident des Tiroler Fußball-Verbandes, vor einer Woche ein Brief von SV-Wörgl-Obmann Andreas Widschwenter ins Haus flatterte, ist bekannt. In dem Schreiben forderte der Rechtsanwalt, unterstützt von vier weiteren Regionalliga-Teams (SC Imst, WSG Tirol Amateure, FC Wacker II, FC Kufstein), die Ansetzung einer Präsidiumssitzung.

Warum das Ganze? Weil sich die fünf Clubs bei der Vergabe der vier ÖFB-Cup-Plätze übergangen fühlen und laut ihrer Argumentation der Wertung der Meisterschaft nach neun Runden nur unter dem Kompromiss zustimmten, dass die ÖFB-Cup-Plätze an die vier Halbfinalisten des Kerschdorfer Cups vergeben werden. Dieser Vorschlag, den auch Geisler selbst unterstützte, erhielt bei der Präsidiumssitzung am 26. Mai aber keine Mehrheit.

Nun hat der pensionierte Richter Geisler dem Rechtsanwalt Widschwenter geantwortet – und in seinem Anwortschreiben stellt der Zillertaler klar: Es wird keine neue Präsidiumssitzung geben, „weil Vereinen ein derartiges Antragsrecht nicht zusteht“.

Die Beschwerde, wonach er die anderen Bezirksvertreter im Präsidium nicht ausreichend informiert hat, bezeichnet Geisler als „unglaublichen und ungeheuerlichen Vorwurf“, das sei „ein grobes Foul und unsportliches Verhalten“.

Der Konflikt spitzt sich in der Frage zu, ob beim Gespräch mit den Regionalliga-Clubs verbindliche Vereinbarungen getroffen wurden. So wie es die „Tiroler Cup-Rebellen“ implizieren. Dem erteilt Geisler aber eine Absage. „Vielmehr war klar, dass man sich gemeinsam auf einen Vorschlag geeinigt hat, den ich (...) nicht nur argumentativ vertreten, sondern auch zur Abstimmung gebracht habe“, steht in dem Schreiben. Und diese Abstimmung fiel negativ aus.

SV-Wörgl-Obmann Andreas Widschwenter nahm das Schreiben zur Kenntnis und betonte: „Ich bin nicht dünnhäutig und möchte kein weiteres Öl ins Feuer gießen.“ Damit ist auch ein möglicher Rechtsstreit oder ein Nichtantreten bei den Nachholspielen vom Tisch. „Wir werden spielen“, betont Widschwenter, der mit seinem SV Wörgl am Freitag (19 Uhr) den FC Kufstein zum Nachhol-Derby empfängt. Schon zuvor (18 Uhr) trifft Schwaz auf Hall. Der Tiroler Fußball-Krieg ist sozusagen abgesagt und es geht mit dem „Re-Start“ ab Freitag wieder ums Wesentliche. „Endlich“, betonen Geisler und Widschwenter unisono. Zumindest in diesem Punkt sind die zwei Herren einer Meinung,