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Ausgabe: 12. April 2021

floh, lex

Amateurfußball fiebert Tag der Entscheidung entgegen

Im Tiroler Fußball-Unterhaus heißt es abwarten, ob es noch zu einer Wertung kommt. Ein Polit-Gipfel soll die Richtung vorgeben.

Innsbruck - Wenn ein dreifacher österreichischer Meister und 34-facher ÖFB-Teamspieler am Sonntagmittag am hauseigenen Fußballplatz Linien zieht, muss man von der großen Liebe zum Spiel sprechen. Volders-Coach Mich­i Streiter zog gestern wieder einmal seine Runden. In der Hoffnung, dass zumindest die Hinrunde im Tiroler Fußball-Unterhaus (seinem Team würde­n in der Hypo Tirol Liga zwei Spiele fehlen) fertiggespiel­t werden kann und es Auf- bzw. Absteiger gibt. "Man muss alles dafür unternehmen, dass es nicht eine zweite Saison ohne Wertung gibt."

Fürs Individualtraining, pro Spieler muss ein Trainer vorhanden sein, wurden in der Tiroler Liga schon nimmermüde Altherren rekrutiert, bei einem Club nehmen sogar Diplomkrankenschwestern Anti­gentests ab. Viel mehr kann man im Amateurfußball wohl nicht verlangen. Und dennoch schwebt über den Vereinen das Damoklesschwert "angezeigt". Das ganz genaue Über-den-anderen-Zaun-Schauen ist ja eine (üble) "Nebenwirkung", die das Coronavirus in der Zivilgesellschaft hervorgebracht hat.

Das Gerücht machte zuletzt die Runde, dass das Spiel - neuerlich ohne Wertung - aus sein könnte, wenn bis Mitte Mai kein regulärer Trainingsbetrieb möglich wird. "Davon ist mir nichts bekannt, aber wenn bis Mitte Mai tatsächlich Trainingsverbot besteht, wird es natürlich schwierig", hält Arno Buche­r, Vize­präsident des Tiroler Fußballverbandes und Obmann des SV Kematen, fest. Beim Treffen der Politik-Vertreter von Bund und Ländern soll am Freitag eine Entscheidung fallen.

Wird in der Regionalliga Tirol nur nach der Hinrunde (also nach 50 %) gewertet, stehen noch zwei Spiele (Schwaz - Hall, Wörgl - Kufstein) aus. "Wir haben mit Läufen und Cybertraining über vier Monate bis Ende März durchtrainiert. Seit Anfang April ist alles freiwillig", notiert Schwaz-Trainer Akif Güclü, dass die Luft immer dünner wird. Es bleibt auch abzuwarten, ob im Frühjahr für die Kicker noch Punkte­prämien zu verdienen sind.