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Ausgabe: 25. Januar 2022

Florian Madl

Der FC Wacker bittet um Geduld

Laufend neue Namen im Vorstand, aber kein Trainer und der Investor bleibt geheim: Bei Tirols Zweitligist FC Wacker lässt man sich nicht aus der Ruhe bringen.

Innsbruck – Die Rückmeldungen aus sozialen Netzwerken bringen – gelinde formuliert – Skepsis zum Ausdruck: „Wer soll das sein?“, meinte einer der Poster, auf Selcuk Coskun angesprochen, der beim FC Wacker künftig Finanzen und Sport betreuen soll. Ein „klingender Name“ im Vorstandsteam klingt jedenfalls anders, aber Präsident Kevin Radi erging es ja bei seiner Installierung nicht anders. Dazu kommt Patrick Liebhart, den wie Coskun ebenfalls mancher aus der Innsbrucker Gastro-Szene kennt. Der 42-Jährige, einst bei den FC Tirol Amateuren und damals zumindest am Sprung ins Profitum, möchte sich nicht auf Rechtfertigungen zur Qualifikation der neuen Verantwortlichen einlassen: „Ich will keine Polemik – aber man sieht ja, was die mit Fußball-Erfahrung in den vergangenen 18 Jahren erreicht haben. Was also spricht dagegen, einmal einer jungen Garde mit Wacker-Affinität eine Chance zu geben?“ „Liebi“ selbst war Teil eines beachtlichen Talente-Jahrgangs, der seinerzeit an Tirol-Legenden wie Baur, Kirchler oder Streiter zerschellte. Etwas, das künftigen Generationen nicht passieren soll: „Wünschenswert wären zehn, zwölf Tiroler im Wacker-Kader. Es sollen keine 16-, 17-jährigen Talente mehr nach Salzburg abwandern.“

Das erste Aufeinandertreffen mit der Politik verlief dem Vernehmen nach holprig, wenn auch so manches Missverständnis ausgeräumt werden konnte. Möglicherweise trägt Liebharts Rolle als Mitglied im TVB-Aufsichtsrat zur Kommunikation bei, die sucht der Tiroler mit den Fans schon jetzt: „Mich wird man nicht nur im VIP-Klub, sondern auch auf der Nord-Tribüne finden.“

Diese Basis wird es wohl bei der anstehenden Generalversammlung Anfang März brauchen, wenn der Vorstand gewählt wird. Vorab gilt es, die Trainerfrage (mit Roland Kopp als externem Berater) zu klären, zwei Deutsche stünden im Fokus. „Derzeit laufen Gespräche mit zwei Kandidaten, bis Ende Jänner soll die Entscheidung bekannt gegeben werden“, heißt es in der Vereinsaussendung, in der man „um ein wenig Geduld und Verständnis“ bittet. Vorerst muss man mit der Vergangenheit aufräumen: Beim Verein, allem voran dessen wirtschaftlicher Situation, lag laut offiziellem Newsletter „vieles im Argen“.