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Ausgabe: 03. Februar 2022

Florian Madl

„So etwas geht sicher nicht“

Kein Tag ohne Überraschungen beim FC Wacker: Am Dienstagabend flogen drei Routiniers aus dem Team, Gerüchte über ungarische Neuzugänge machten die Runde und die Tiroler Politik bleibt weiter skeptisch.

Innsbruck – Noch beim Amtsantritt von Kevin Radi, dem designierten Präsidenten des FC Wacker Innsbruck, war von einem „Männergespräch“ mit Kapitän Lukas Hupfauf die Rede. Unstimmigkeiten nach einem kritischen TT-Interview, die unter der ehemaligen Vereinsführung geäußert wurden, sollten ein für alle Mal begraben werden. Am Dienstag war alles anders, gestern wurden von einem Vereinsmitarbeiter die Spinde geräumt – nach Auffassung des Vorstands geht es für die drei Akteure in der zweiten Mannschaft weiter. Doch das wird, so Gewerkschafter Oliver Prudlo (stellvertretender Vorsitzender des VdF/Vereinigung der Fußballer), nicht passieren: „So etwas geht sicher nicht. Die drei haben aufrechte Verträge und müssen ins Mannschaftstraining der Profis eingebunden werden.“ Die Ankündigung, dass man einen Einzeltrainer zur Verfügung stelle, würde diese Anforderung ebenso wenig erfüllen wie die Einbindung in den Amateurbetrieb (Regionalliga Tirol). Prudlo, ehemals FC-Tirol-Meisterkicker und beim FC Wacker zwischen 2006 und 2010 Sportdirektor, ist mit den beurlaubten Kickern bereits in Kontakt.

Es könnte nicht die einzige Ungereimtheit sein, die sich im neu aufgestellten Traditionsverein auftut. So hatte man beim Einstieg einen Tiroler Weg angekündigt, nun soll vom Ex-Club des neuen Trainers Michael Oenning Verstärkung kommen (Antonio Perosevic/Mittelstürmer? Mauro Cerqueira/Linksverteidiger? Yassine El Ghanassy/Linksaußen?). Mit den Mittelfeldspielern Fabio Markelic (Austria Klagenfurt) und Noah Lederer (beide 20/Traiskirchen, Regionalliga Ost) stehen weitere Nicht-Tiroler vor der Tür.

Hinter dem mit viel Ehrgeiz von der neuen Vereinsführung angegangenen Projekt stehen mittlerweile allerhand Fragezeichen. Dem begegnet, wie kürzlich die TT berichtete, auch die Politik mit allerhand Skepsis. So wurde die eingeforderte Übermittlung der Übereinkunft Verein/Investor bislang nicht erledigt. Auch gestern wartete man trotz der abgelaufenen Zehn-Tages-Frist darauf.

Spannend dürfte es jedenfalls bleiben, denn die Außenstände des Vereins (kolportierte 650.000 Euro) und mögliche Rückzahlungen an Ex-Investor Michail Ponomarev machen im Sinne der Lizenzabgabe (bis 15. März) weitere Geldmittel des Stuttgarter Investors unabdingbar. Und von dessen Existenz sind mittlerweile nicht mehr alle überzeugt.