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Ausgabe: 05. Februar 2022

Wolfgang Müller

Schwarzgrün war sein Leben FC-Wacker-Ehrenpräsident Fritz Schwab verstarb im Alter von 89 Jahren.

Innsbruck – Der Tiroler Fußball trauert um Fritz Schwab – ein starkes schwarzgrünes Herz schlägt nicht mehr. Der FC Wacker war dem Fritz zeitlebens nicht nur Leidenschaft, sondern Herzensangelegenheit. Die wurde dem Unternehmersohn praktisch in die Wiege gelegt, denn schon sein Vater Fritz Schwab senior bekleidete den Posten des Wacker-Präsidenten.

Wenn der Fußballfunktionär mit Leib und Seele mit leuchtenden Augen versicherte, dass in seinem Herzen schwarzgrünes Blut fließt, war das keine Floskel, sondern Bekenntnis. Schon beim ersten Meistertitel 1971 mit der legendären Freinacht bei der Rückkehr der Meistermannschaft in Innsbruck feierte Schwab als begeisterter Wacker-Funktionär mit. In Madrid herzte er Goldtorschützen Poldl Grausam in der Kabine des Bernabeu-Stadions nach dem sensationellen 1:0-Auswärtserfolg der Tiroler gegen Real Madrid und erinnerte sich gerne an die eingefrorenen Gesichter der „königlichen“ Madrilenen nach dem Schlusspfiff am späten Abend des 22. Oktober 1970.

Von den Erfolgen der goldenen 70er-Jahre erzählen sich betagte Wacker-Tiger heute noch begeistert Schmankerln am laufenden Band, als wären sie erst gestern passiert. Wolny, Siber, Redl, der junge Kurt Jara, der schussgewaltige Buffy Ettmayer – damals stand ganz Tirol wie eine Wand im alten Tivoli hinter dem FC Wacker. Mittendrin statt nur dabei – Fritz Schwab, der damals schon neben Präsident Erwin Steinlechner und Mäzen Gernot Langes die Fäden zog.

Wo viel Sonne, da auch viel Schatten. Schwab ging mit „seinem“ Wacker durch dick und dünn. Er begann sogar, als der FC Tirol im Tivoli auflief, mit seinem Herzensklub in der zweiten Klasse und marschierte als „Präse“ bis in die Regionalliga. Nach einem Zwischenspiel Mitte der 90er-Jahre in der Bundesliga vollführte Schwab den wohl schmerzhaftesten Schritt und meldete den FC Wacker 1999 wegen fehlender Perspektive und Mittel bei der Vereinsbehörde ab. „176 Schilling Gebühren, damit war es amtlich“, erzählte er bei seinem 80. Geburtstag mit stockender Stimme.

Am Donnerstag schloss Fritz Schwab nach langer Krankheit in Kematen für immer seine Augen. Das Mitgefühl gilt der Familie. In Erinnerung bleibt dem Tiroler Fußball ein Mann mit Handschlagqualität, der für seine Leidenschaft extrem viel opferte und in einer Zeit amtierte, in der der Fußball noch ehrlicher und bodenständiger war als das gegenwärtige mitunter herzlose Geschäft um das runde Leder.