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Ausgabe: 17. Februar 2022

Daniel Lenninger

Die Regionalliga schlüpft wieder in das alte Gewand

Innsbruck – Die Spatzen hatten es bereits von den Dächern gepfiffen, seit Dienstagabend – die TT berichtete – ist die Katze aus dem Sack: Das aktuelle Format in der dritthöchsten Fußball-Spielklasse bekam ein Ablaufdatum verpasst. Mit der Saison 2023/24 kehrt die Regionalliga West zurück. Und damit kreuzen die besten Amateurvereine aus Tirol, Vorarlberg und Salzburg wieder durchgehend die Klingen. Zuletzt (ab Sommer 2019) waren diese Duelle ja erst für das Frühjahr nach einem Bundesländer-internen Grunddurchgang (u. a. in der tt.com Regionalliga Tirol) vorgesehen.

Wenngleich die Corona-Pandemie dafür sorgte, dass die Play-offs bisher noch nicht über die Bühne gehen konnten. Heuer soll es aber erstmals so weit sein. Wie kam die Rolle rückwärts zustande? Laut ÖFB-Beschluss vom 6. Juni 2021 ist die Fortführung des aktuellen Modells nur möglich, sofern die drei Landesverbände eine einvernehmliche Einigung erzielen. Und während Tirol und Vorarlberg für eine Fortsetzung des aktuellen Formats plädierten, sprach sich Salzburg am Dienstagabend offiziell für die Rückkehr der Regionalliga West aus.

„Ich bin enttäuscht, dass man dem neuen Format nicht die Chance gab, die ganze Saison durchzuspielen“, hätte sich Josef Geisler, Präsident des Tiroler Fußballverbandes, von Seiten der Salzburger Verantwortlichen einen längeren Geduldsfaden gewünscht: „Dann hätte man immer noch evaluieren können, ob dies eine Möglichkeit darstellt oder eben nicht.“

Die Messe ist nun aber wohl gelesen. Und freilich müssen sich der Situation auch die zwölf Tiroler Regionalligisten stellen. Wörgl-Trainer Denis Husic vernahm die Botschaft und „war der glücklichste Trainer in der Liga“. Der 43-jährige Coach und sportliche Leiter in Personalunion gilt seit jeher als Verfechter der Regionalliga West. Auch Imst-Coach Herbert Ramsbacher freute sich und blickt einer „höheren Wertigkeit“ entgegen. Johannes Vogler, Sportlicher Leiter in Schwaz, hätte eine Fortsetzung der Regionalliga Tirol bevorzugt: „Aber man muss es so nehmen, wie es kommt.“ Und unabhängig von dem durch die Reform drohenden Abstieg in die Tiroler Liga meint SVI-Chefbetreuer Martin Hofbauer: „Für mich ist das keine Demokratie, wenn das Veto von einem der drei Landesverbände ausreicht, um diese Entscheidung so zu treffen.“

Dem Unterhaus droht ein Erdbeben, denn jene Tiroler Teams, die in der Regionalliga (wohl 15 Teams) keinen Platz mehr finden, müssen einen solchen in der Tiroler Liga erhalten. Und dann zieht sich der Rattenschwanz bis in die 2. Klassen.