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Ausgabe: 23. Februar 2022

Florian Madl

Der FC Wacker spielt die dritte Halbzeit vor Gericht

Der vormalige Geschäftsführer Dennis Duve klagt gegen seine „ungerechtfertigte Entlassung“ beim Tiroler Traditionsverein.

Innsbruck – Es gab Zeiten, da glaubte man beim FC Wacker an eine gemeinsame Zukunft, da sollte unter dem Vor-Vor-Investor Matthias S. (Anm. Hamburger Investor) Großes entstehen. Etwa ein Sport-Campus, ein Holzstadion mit Shopping-Mall, ein Trainingszentrum und als Herzstück ein Verein mit Sieger-Gen. Doch wenn Träume platzen und Liebe erkaltet, ist der Rosenkrieg nicht mehr fern. Die Trennung FC Wacker/S. (Jahresmitte 2021) war bereits im Sommer mit der Installierung von Michail Ponomarev als neuem Investor (Trennung Jänner 2022) erfolgt, der nunmehr schon wieder Geschichte ist. Und wie mit dem Russen, der in einem TT-Interview jüngst die Beschreitung des Rechtswegs in den Raum stellte, deutet sich auch mit S. ein juristisches Finale an. Die demnächst am Innsbrucker Landesgericht zu verhandelnde Klage von Dennis Duve (1. März) könnte einen Vorgeschmack liefern. Duve, der mit seinem Vater Jens und Ex-Fußballer Dennis Aogo als Geschäftsführer fungierte, klagt Ansprüche aus der seiner Meinung nach „ungerechtfertigten Entlassung“ beim FC Wacker Innsbruck ein. Eine Angelegenheit, mit der die neue Vereinsführung unter Präsident Kevin Radi und Investor Thomas Kienle nichts zu tun hat: „Wir haben uns nicht damit beschäftigt, da mischen wir uns nicht ein“, bekräftigte Radi, dessen Vorstandskollege Thomas Kerle die Causa behandelt.

Die Entgegnung des Juristen: Der Kläger (Duve) habe Projekte „stark vernachlässigt“, „gegen seinen Arbeitsvertrag verstoßen“ und trotz Hinweisen die „Arbeitsleistung über mehrere Monate nicht erbracht“. Dass er in E-Mails als Vorstand aufgetreten sei (obwohl er dies nicht war), untermauere das. Die ergänzenden Vorwürfe decken sich mit jenen, die die alte Vereinsführung dem verlängerten Arm von Ex-Investor Matthias S. regelmäßig zur Last gelegt hatte:

Der Investor sei seinen Zahlungspflichten nicht nachgekommen, ein Ausrüsterwechsel (von Macron zu Nike) sei „vertragswidrig“ gewesen (die Pönale von 200.000 Euro wird noch ein Thema sein).

Auch der öffentlich geäußerte Vorwurf den Vereinsvorständen gegenüber, es habe „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ gegeben, hätte eine weitere Zusammenarbeit unmöglich gemacht.

Derzeit räumt das Team um Präsident Radi auf, immer noch belasten den Verein Außenstände in mittlerer sechsstelliger Höhe.