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Ausgabe: 03. März 2022

Gernot Gsellmann

Ein Job ohne Glaskugel

> Mit 97,85 Prozent wurde Kevin Radi am Dienstag zum Präsidenten von Wacker Innsbruck gewählt > Viel Arbeit, aber viel Optimismus

Gleich mit der Tür ins Haus: Warum tut sich Kevin Radi den FC Wacker Innsbruck an?

Die Frage hab ich in kurzer Zeit bereits sehr oft gehört! Es ist ein Projekt der Leidenschaft – anders könnte man es gar nicht machen. Wir sind mit dem Klub aufgewachsen, fühlen uns schon fast verpflichtet, in dieser Phase etwas zu tun.

Und warum soll ihnen gelingen, was schon viele Vorgänger nicht wirklich geschafft haben – den Traditionsklub aus Innsbruck in ruhigere Gewässer zu bringen?

Weil wir ein starkes Team sind, uns die Bälle gut zuspielen. Wir sind sehr motiviert – aber haben natürlich auch keine Glaskugel. Dafür aber Pläne und Konzepte. Wo wir dann aber tatsächlich stehen, wird uns die Zukunft zeigen.

Die Lizenzunterlagen müssen heute bei der Bundesliga eintreffen – ihr Gefühl?

Ehrlich, ich bin in den Lizenz-Prozess nicht intensiv involviert. Aber was ich sagen kann: Wir haben, nachdem wir erst so kurz dabei sind, ein bisserl einen Zeitdruck. Daher könnte es sein, dass es für die erste Instanz ein bisschen schwierig wird. Am Ende bin ich vom Erhalt jedoch felsenfest überzeugt.

Es gab zuletzt zusammen mit dem neuen Investor Thomas Kienle auch Gespräche mit dem Land Tirol, das einen kompletten Kassasturz fordert, bezüglich finanzieller Unterstützung – aber noch keine Zusage.

Vorweg: Es war ein Super-Gespräch, ein Kennenlernen, um auch eine Basis für die Zukunft zu legen. Wir wollten zeigen, dass das Ziel ist, dass der Verein einmal grundsolide dasteht. Und nicht die Message senden, dass wir an einem Tag um die Champions-League spielen werden, drei Tage später einen vierstöckigen Wohnblock am Tivoli bauen ...

... aber bald Bundesliga?

Auch da gibt es absolut keinen Zeitdruck. Ehrlich, es gibt aktuell für den Vorstand viel wichtigere Dinge als den großen sportlichen Erfolg. Man soll den Verein wieder als Familie sehen. Es soll in Zukunft wieder Spaß machen, ins Tivoli-Stadion zu kommen.