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Ausgabe: 12. März 2022

pn, t.w.

Wacker-Investor hat offenbar keine Eile

Stuttgarter Unternehmer hätte eigentlich schon bis 15. Februar drei Millionen Euro zahlen sollen.

Innsbruck – Die Fragezeichen beim Innsbrucker Zweitligisten Wacker Innsbruck werden immer größer. Wann zahlt der neue Investor Thomas Kienle aus Stuttgart? Am 18. Februar wurde er vom neuen Präsidenten Kevin Radi präsentiert. „Aufgrund meiner Nähe und Verbundenheit zu Tirol ist dieses Investment beim FC Wacker Innsbruck eine Herzensangelegenheit für mich“, meinte Kienle, der im Bereich Medizintechnik (u. a. Schutzmasken) tätig ist. Er, so Kienle, sei sich sicher, dass man zusammen eine Erfolgsstory daraus schreiben könne.

Seit damals sind erneut drei Wochen vergangen, die Gelder immer noch nicht geflossen. Vielmehr musste Radi mit seinen Kollegen erneut aus eigener Tasche 250.000 Euro für die Februar-Gehälter vorstrecken. Obwohl Kienles Millionen eigentlich schon am 15. Februar am Wacker-Konto sein hätten sollen. Denn im Zusammenhang mit seinem Einstieg soll dem alten Wacker-Vorstand eine Vereinbarung vorgelegt worden sein, dass sich Kienle verpflichtet, am 15. Februar drei Millionen Euro zur Ausfinanzierung der heurigen Meisterschaft zu überweisen. Das ist bisher allerdings noch nicht passiert. Radi verwies zuletzt auf eine Prüfung durch die Compliance-Abteilung einer Bank.

„Wir haben den 15. Februar angepeilt, das stimmt. Aber es liegt leider nicht in unserer Macht“, sagte der schwarzgrüne Präsident gestern zu der Frist. Noch wartet der 33-Jährige auf den erlösenden Anruf der Bank. „Noch ist die Lage gleich, aber wir sind schon weiter und haben positive Aussagen vonseiten der Bank“, ergänzte der Innsbrucker. Auf ein fixes Datum wollte er sich freilich nicht festlegen lassen.

Und was sagt Kienle selbst dazu, warum hält er die Vereinbarung nicht ein, was hat es mit der Bank-Prüfung auf sich und wann wird Geld fließen? Auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung war der neue Wacker-Investor trotz versprochenen Rückrufs jedoch nicht erreichbar. Offenbar hatte er keine Zeit dafür.

Was mögliche Altlasten aus Vereinbarungen mit den ehemaligen Investoren Matthias Siems und Mikhail Ponomarev betrifft, soll Kienle versichert haben, notfalls auch dafür aufzukommen. Auch gegenüber dem Land Tirol.

Apropos Land: Trotz mehrmaligen Ersuchens und Versprechungen Radis wartet man dort ebenfalls seit eineinhalb Monaten auf die Unterlagen zur finanziellen Situation des Fußballclubs. Rund eine Million Euro an Sponsorgeldern von Landesunternehmen und 320.000 Euro Förderungen vom Land für die nächste Spielsaison liegen deshalb auf Eis.