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Ausgabe: 23. März 2022

Florian Madl

„Wir arbeiten an Plan B und C“

Das Geld fehlt und die Zeit auch: Wacker-Präsident Kevin Radi bleibt beharrlich.

Innsbruck – Kevin Radis Arbeitstag als Wacker-Präsident begann gestern um 6.30 Uhr in Hall. In Schale geworfen präsentierte der 33-Jährige in einem regionalen Unternehmer-Netzwerk seinen Herzensclub: „Wir wollen künftig wieder eine Plattform sein, auf der man sich austauschen kann.“ Wohlgemeinte Worte, der Innsbrucker lehnte sich angesichts der derzeitigen finanziellen Situation merkbar nicht aus dem Fenster, sondern spielte den Ball flach. Und um im Fußball-Jargon zu bleiben: Derzeit heißt es Fünferkette, Manndeckung und Defensive stärken, denn vom erwarteten Geld ist derzeit noch nichts in Sicht.

Das brachte Radi zuletzt bei den Sozialabgaben in Erklärungsnotstand, man gewährte den Schwarz-Grünen Aufschub bis Monatsende. Und dann? „Wir arbeiten an Plan B und C“, stellte Radi klar, dass möglicherweise aufs Neue die März-Gehälter nur über Umwege und nicht über Investor Thomas Kienle bereitgestellt werden können. Eine ärgerliche Situation, wie Radi bestätigt, denn augenblicklich lebt man auch in der Fußball-Bundesliga vom Image als Traditionsverein, vom guten Kontakt zur Zentrale nach Wien. Auch dort habe man durchblicken lassen, dass bis Monatsende der positive Bericht des Wirtschaftsprüfers einzutreffen hätte, wenn man tunlichst ohne Protestkomitee zur Lizenz kommen will. Die offizielle Nachfrist wäre am fünften Tag nach dem ominösen 3. März abgelaufen, davon redet keiner mehr. Ins Gewicht fallen neben dem erwarteten und zugesicherten Budget übrigens nur dokumentierte Außenstände (ca. 600.000 Euro) und nicht mögliche Rechtsstreitigkeiten mit den vormaligen Investoren Matthias Siems und Michail Ponomarev.

Angesichts dieser Sachlage spielt auch die sportliche Situation eine untergeordnete Rolle: Bis zum Heimspiel gegen Tabellenführer FAC (1. April, 18.30 Uhr) sollte das Geld eintreffen, sonst gehen möglicherweise nicht nur am Platz die Lichter aus ...