Impressum

Ausgabe: 01. April 2022

Florian Madl

Für 90 Minuten der Realität entfliehen

Der FC Wacker empfängt heute (18.30) am Tivoli Tabellenführer FAC. Das Investor-Geld fehlt weiter, aber zumindest für einen Abend geht es um Fußball.

Innsbruck – Es kam Michael Oenning in der wöchentlichen Pressezusammenkunft sichtlich gelegen, wieder über Fußball sprechen zu können. Zu sehr drehten sich beim Zweitligisten in den vergangenen Tagen die Fragen um ausbleibendes Investor-Geld von Thomas Kienle (3 Mio. Euro). Der Stuttgarter soll dem heutigen Heimspiel gegen Tabellenführer FAC mit 2000 weiteren Zuschauern beiwohnen – aber nur, wenn das Geld heute auf dem Wacker-Konto lande, schränkte Präsident Kevin Radi ein.

„Es hilft mir nichts und ich habe auch keine Lust, um Geduld zu betteln“, winkte Coach Oenning bei dem Thema ab, bevor er sich dem Spiel gegen den FAC (18.30 Uhr) widmete. Motto: Wenn man schon nicht um die Meisterschaft mitspiele, so könne man doch zumindest ein Zünglein an der Waage sein. Gegen Lustenau (3:0) klappte das sehr gut, auch der FAC sei aus Sicht Oennings „ein dankbarer Gegner“. Warum? „Weil der Druck bei ihnen liegt.“ Mit nun elf ungeschlagenen Spielen in Serie (10 Siege, 1 Remis) stellten die Floridsdorfer zuletzt einen Vereinsrekord auf. Nicht erst seit dem 3:1-Sieg der Tiroler im Herbst dürfte der Respekt trotz der Tabellensituation aber ein großer sein: „Der Gegner heißt immer noch Wacker Innsbruck, hat unglaublich viel Qualität in seinen Reihen und einen erfahrenen Trainer“, meinte Cheftrainer Mitja Mörec. Sein Gegenüber Oenning wollte das jüngste 0:1 in Amstetten jedenfalls nicht überbewerten: Das Spiel sei „blöd gelaufen“. Und seine Hoffnung nährt auch eine Reihe von Rückkehrern, die eine zuletzt instabile Defensive wieder in Schuss bringen sollen:

Tormann Marco Knaller und Dario Grujcic (nach Leistenbruch) sind diesmal wieder von Beginn an dabei, Flo Jamnig läuft heute als Rechtsverteidiger auf, Paolino Bertaccini oder Rio Nitta könnten ebenfalls aufs Feld. Hauptsache Fußball. Hauptsache, für 90 Minuten redet keiner vom Geld. Und dennoch tickt die Uhr – Gehälter, Sozialabgaben und angehäufte Außenstände müssen beglichen werden ...