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Ausgabe: 03. April 2022

Georg Fraisl

Als würde es die Hölle nicht geben

Die gewaltigen internen Sorgen lassen sich die Wacker-Spieler am Spielfeld nicht anmerken – wie das 1:1 gegen FAC bewies

Leben in zwei Welten. Als hätte die eine mit der anderen gar nichts zu tun. Als würde Schwarzgrün an einer dissoziativen Störung leiden.

> Die Hölle im Hintergrund: Nein, das erwartete Geld ist nicht da. Dafür fanden manche Spieler Inkasso-Briefe in der Post. Wegen Arzt-Rechnungen, die der Verein nicht mehr bezahlt hat. Die ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) verlangt ihr Geld, das Finanzamt auch. Viele Firmen wenden Wacker den Rücken zu, weil die Außenstände höher und höher werden. Die April-Gehälter sind offen, bei manchen Mitarbeitern sogar noch mehr. Während Präsident Kevin Radi auf Durchhalten pocht („Wir bekommen das in den Griff“), machte im Tivoli hinter vorgehaltener Hand das Wort „Konkurs“ die Runde.

> Der Himmel auf dem Spielfeld: Wacker spielt schön. Und gegen Tabellenführer auch (teilweise) erfolgreich. „Aber das 1:1 gegen FAC schmerzt schon, weil wir uns den Dreier verdient hätten“, seufzte Florian Jamnig. Dass die Truppe die internen Probleme derart gut wegsteckt, „spricht für den Charakter der Mannschaft“, sagte der Kapitän, „unter der Woche prasselt schon viel auf uns ein. Aber am Feld denkt dann keiner mehr daran.“