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Ausgabe: 06. April 2022

Georg Fraisl

Radi versuchte zu beruhigen

In jedem Kühlschrank war es gestern heimeliger als bei Wacker Innsbruck. Unterkühlt ist untertrieben. Kunststück: Die Post, die etwa die Spieler derzeit bekommen, ist wenig erwärmend. Inkasso-Briefe von Ärzten wegen nicht beglichener Abrechnungen, Klage-Androhungen wegen nicht bezahlten Mieten. Und die (spätestens) gestern fällige Gage, die war natürlich auch nicht auf dem Konto.

Die Kicker haben zumindest das Gehalt im vergangenen Monat bekommen (wie auch immer das geklappt hat), die meisten Angestellten des Klubs wurden nur vertröstet.

Tagtäglich muss man damit rechnen, dass im schwarz-grünen Fußball-Epos die letzte Klappe fällt. Zumal die angeblichen drei Millionen Euro des angeblichen Investors Thomas Kienle angeblich auf einer deutschen Bank angeblich weiter blockiert werden.

Das ist alles dubios. Sehr sogar. Denn der Vertrag, mit dem Geldgeber aus Stuttgart, der in der Pandemie (ja, angeblich) reich geworden sein soll, der ist real. Den gibt es wirklich, mit Unterschrift und so. Rechtlich bindend. Nur ... an wen zahlt Kienle drei Millionen, wenn es den Verein gar nicht mehr gibt?
Präsident Kevin Radi trat gestern Nachmittag vor die Mannschaft. Beruhigte. Motto: Ruhig Blut – wird schon werden. „Es geht“, meinte ein Spieler nachher zuversichtlich, „in die richtige Richtung.“ Wir fürchten freilich: Es geht nicht dorthin, wo Geld ist.