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Ausgabe: 11. April 2022

Florian Madl

Die Wacker-Spieler formieren sich

Der erfreuliche 1:0-Sieg beim FC Liefering am vergangenen Freitag kann die triste finanzielle Situation beim FC Wacker Innsbruck und damit die an einem seidenen Faden hängende Zukunft des Traditionsvereins nicht übertünchen. In den kommenden Tagen spitzt sich die Lage zu:

Bevor der Senat 5 der Fußball-Bundesliga am Mittwoch in einer ersten Aussendung die angenommenen Lizenz-Anträge veröffentlicht (unter denen sich der Tiroler Zweitligist nicht befindet), treffen sich heute bereits die Wacker-Profis abseits des Trainingsbetriebs. Im Kollektiv wird beratschlagt, wie man angesichts der ausbleibenden Gehälter vorgehen soll. Im Raum steht ein gemeinsames und von allen unterfertigtes Schreiben, das dem Arbeitgeber über den stellvertretenden Gewerkschaftsvorsitzenden Oliver Prudlo eine Frist von zehn bis 14 Tagen zur Begleichung der im April zustandegekommenen Außenstände einräumt.

Als Spielervertreter fungiert Alexander Joppich, der auf eine „für beide Seiten zufriedenstellende Lösung“ hofft. Man wolle auf keinen Fall ein Droh-Szenario in den Raum stellen, sondern gemeinsam die Möglichkeiten ausloten.

Sollte der Vorstand der Schwarz-Grünen auch weiterhin über kein Investorgeld verfügen – die Rede ist von 3 Millionen Euro –, sollten die Außenstände also auch nach Verstreichen des gesetzten Zeitlimits nicht auf den Spielerkonten eingelangt sein, dann könnte das eine Klage und in weiterer Folge eine vorzeitige Vertragsauflösung nach sich ziehen. Die Spieler wären ungeachtet ihres Kontrakts ablösefrei am Markt.

Präsident Kevin Radi wollte davon zuletzt nichts wissen, man arbeite an einer Übergangslösung. Nicht das erste Mal übrigens: Schon Ende Februar und März mussten die Profi-Gehälter aus eigenen Mitteln zwischenfinanziert werden. „Wir probieren alles, das hinzubringen“, hielt der Innsbrucker gestern im TT-Gespräch fest. Auch in der Geschäftsstelle warten die Mitarbeiter teilweise seit Februar auf ihr Geld, der 33-Jährige sieht das Positive: „Man erkennt, wer in so einer schwierigen Zeit wirklich zum Verein hält.“

Heute wolle man mit Caterer und Sicherheitsfirma eine Lösung finden, um das nächste Heimspiel (Freitag, 18.30 Uhr) abzusichern. Schon das Match gegen den GAK könnte zur Nagelprobe avancieren.