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Ausgabe: 20. April 2022

Florian Madl

Wacker setzt auf Rettungsanker

Gestern langte neuerlich kein Investorgeld am Wacker-Konto ein. Die Zeit drängt, die Hoffnungen ruhen nicht zuletzt auf Zwischenfinanzierern.

Innsbruck – Neuerlich flossen keine 3 Millionen Euro aufs Wacker-Konto, neuerlich wurden gestern Durchhalteparolen ausgegeben. Und die Zeit drängt: Bis Donnerstag muss die Finanzierung des laufenden und des kommenden Spieljahrs an die Bundesliga übermittelt werden, damit bei Schwarz-Grün nicht die Lichter ausgehen. Zumindest zwei Millionen Euro beträgt der Finanzierungsbedarf bis Saisonende, um ohne Altlasten in die Saison 2022/23 gehen zu können. Wie geht es weiter?

1 Rapid-Spiel gesichert: Zumindest eine positive Nachricht drang gestern nach außen: Mit Caterer und Security-Firma wurde gestern neuerlich eine Vereinbarung getroffen, um das Freitag-Spiel gegen Rapid II vor Zuschauern über die Bühne gehen lassen zu können. Bereits beim Spiel gegen den GAK hatte man sich zuletzt auf eine Einmal-Zahlung geeinigt, damit die Schulden nicht weiter anwachsen. Hintergrund: Beim Sicherheitsdienst sind knapp 13.000 Euro ausständig, beim Caterer 47.000.

2 Zeitdruck hoch: Seit zwei Wochen bastelt man beim FC Wacker auch an einem Plan B, sollte das vom Investor Thomas Kienle versprochene Geld nicht fristgerecht eintrudeln. Drei Zwischenfinanzierer, allesamt aus dem Ausland, stehen zur Diskussion. Vergangene Woche unternahm Berater Roland Kopp eine Dubai-Reise – eine weitere Spur? Fest steht, dass Ex-Investoren in Interviews ihre Hilfe angeboten haben.

Als Bindeglied fungiert Ex-Politiker Hannes Rauch, ehemals auch Kufstein-Präsident: „Ich bin da durch Zufall reingerutscht.“ Der bei einer niederösterreichischen Privat-Uni tätige 50-Jährige wolle helfen, strebe aber keine Funktion im Verein an. Seine Motivation: „Weil mich der Fußball in dem Land interessiert.“ Bis morgen müssen Details geklärt werden, schließlich muss auch eine vertragliche Basis für die mögliche Zusammenarbeit geschaffen werden.

3 Rattenschwanz: Sollte keine Lösung gefunden werden, droht dem FC Wacker Innsbruck die Insolvenz, der Absturz in den Amateurfußball wäre nicht die größte Sorge. Denn offenbar belasten den Profibetrieb bis Juni über 1,9 Mio. Euro an Außenständen, den Amateurbetrieb (Verein) immer noch über 970.000 Euro, Refundierungen ebenso nicht miteingerechnet wie mögliche Forderungen von Ex-Investoren.

Zu den Außenständen zählen nicht zuletzt Pflichtabgaben (Sozialversicherung, Lohnsteuer, Dienstgeberbeitrag, Kommunal- und Umsatzsteuer) in Höhe von knapp 210.000 Euro (GmbH) und 88.000 (Verein).

Dazu zählen Schulden wie jene beim Ausstatter (Schuhe/knapp 200.000 €) oder den Beraterfirmen.

Dazu zählen Wohnungsmieten in Höhe von knapp 60.000 Euro.

Und kurios: Dazu zählt auch der für das Mieminger Trainingszentrum verantwortliche Architekt, dessen Ideen mit 15.000 Euro zu Buche schlagen. Die Kalkulation der Klub-Verantwortlichen geht von Refundierungen wie jenen von Land/Stadt oder der Bundesliga (Österreicher-Topf/ca. 70.000, Lizenzbonus/300.000 Euro) aus. Aber ob die alle kommen?