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Ausgabe: 21. April 2022

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Wacker-Investor: „Alle Altlasten werden bezahlt“

Stuttgarter Unternehmer Kienle spricht gegenüber der TT auch von finanziellem Polster für die Zukunft. Heute ist Tag der Wahrheit.

Innsbruck – Heute läuft die Einspruchsfrist für den Fußball-Zweitligisten Wacker Innsbruck ab, um beim Protestkomitee der Bundesliga im zweiten Anlauf doch noch die Lizenz für 2022/23 zu erhalten. Damit muss bis Mitternacht jedoch ein Finanzierungsplan vorgelegt werden.

Zwei Millionen Euro benötigen die Schwarz-Grünen zumindest, um die Außenstände zu begleichen – vorerst ausbleibende Subventionen und mögliche Rückforderungen der Ex-Investoren nicht miteingerechnet.

Geht es nach dem neuen Stuttgarter Investor Thomas Kienle, der eigentlich schon seit 15. Februar seinen vertraglichen Verpflichtungen hätte nachkommen sollen, sei alles in trockenen Tüchern. „Der FC Wacker Innsbruck wird die Lizenz für die Zweite Liga erhalten, sämtliche finanziellen ,Altlasten‘ werden bezahlt und ein finanzielles Polster wird vorhanden sein, um die zukünftige Ausrichtung des Gesamtvereins gestalten zu können. Dann liegt es an den Verantwortlichen, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft mit den zur Verfügung gestellten Mitteln einzuleiten“, erklärte Kienle gestern Abend gegenüber der TT.

Die Rede ist von drei Millionen Euro, die über die Firma „BlockRock“ von Wacker-Präsident Kevin Radi an den Verein fließen sollen. Natürlich stelle er das Geld zur Verfügung, meinte Kienle auf Nachfrage: „Ich sehe mit diesem Team sehr positiv in die Zukunft, auch wenn es den jetzigen verantwortlichen Menschen extrem schwer gemacht wird.“ Diese Personen seien für die Vergangenheit in keiner Weise verantwortlich, sondern würden jeden Tag für Wacker Innsbruck kämpfen, damit dieser Traditionsverein eine Zukunft habe.

„Die Aufarbeitung der Vergangenheit wird zusätzlich herausfordernd, aber trotzdem gut machbar sein. Dann wird man sehen, was der Verein in den nächsten drei Jahren daraus macht“, verweist Investor Thomas Kienle auf sein Engagement. Ob das alles auch tatsächlich so eintritt, wird man spätestens heute sehen.

Doch so ganz schien man den Zusagen des Stuttgarters gestern offensichtlich nicht zu glauben. So bereitete man sich gestern auch auf einen Plan B vor, die Zwischenfinanzierung durch eine deutsche Investorengruppe. Der offensichtlich vielversprechende Termin platzte jedoch am Vormittag wie am Nachmittag, wie zu erfahren war. Heute könnten weitere Gespräche folgen.

Auch Ehren-Präsident Gerhard Stocker soll eingebunden gewesen sein, was Gespräche mit der Bundesliga anbelangt. Als Aufsichtsrat verfügt der Wattener über Erfahrung, äußern wollte sich der 70-Jährige gestern nicht. Auch ein Plan C stand gestern im Raum: ein Schmalspur-Budget und ein großer Anteil an Amateurspielern, um zumindest die Bundesliga-Zulassung zu erhalten. Von der Olympiaworld hatte man sich den Mietvertrag geholt, die üblichen Subventionszusagen des Veranstaltungszentrums dazu von Stadt und Land jedoch nicht. Einreichen werde man auf alle Fälle etwas.