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Ausgabe: 23. April 2022

Florian Madl

Es reicht!

Wieder einmal wird es beim FC Wacker Innsbruck pünktlich zur Beantragung der Bundesliga-Zulassung eng. Der trotz mehrfacher Versprechungen säumige Investor Thomas Kienle und der blauäugige Präsident Kevin Radi müssen am Dienstag beim Protestkomitee in Wien zu Kreuze kriechen, um über jene 3 Mio. Euro sprechen, die man nicht hat und die man anderen schuldet. Wie 2019, 2018, 2017 regiert das große Zittern – wie zuallererst 2002, als mit dem Crash des FC Tirol das Drama anfing. Wieder einmal sind alle schuld, die dem Traditionsverein die sich selbst auferlegte Opferrolle nicht zugestehen wollen:

- die Politik, die sich zu keiner „Lex Wacker“ durchringen kann und Subventionsnachweise einfordert;

- die Landesunternehmen, die plötzlich nicht mehr (wie u. a. 2008) ihr Füllhorn zur Entschuldung des Vereins ausschütten wollen, weil es das Aktienrecht nicht zulässt;

- der Tiroler Fußballverband, der seit dem Konkurs 2002 die Hoheit über die Akademie (Talenteschmiede) hält und nicht bereit ist, diese mir nichts, dir nichts wieder zu übergeben;

- die Führung der WSG Tirol mit Präsidentin Diana Langes an der Spitze, die nach Meinung eines Vereinsverantwortlichen für die Abwanderung von Sponsoren mitverantwortlich zeichnet (nur eine von vielen Verschwörungstheorien);

- die Kulturschaffenden, die für „Haus der Musik“ oder Landesmuseum zu Geld kommen, das man dem FC Wacker nicht zugesteht;

- die Medien, die doch immer alles gleich nach außen tragen müssen, keinerlei Geduld mit dem zarten und im Wachstum befindlichen Pflänzchen FC Wacker haben, die als Auslöser für die sponsorenfeindliche Stimmung im Land – Stichwort Opfer-Täter-Umkehr – namhaft gemacht werden;

- die heimische Wirtschaft, die den Tiroler Weg trotz aller Beteuerungen nicht mitgehen will.

Ehrenpräsident Gerhard Stocker, dessen Engagement und Finanzspritzen aller Ehren wert sind, hält bis heute an diesem Narrativ fest, ohne sich als erfolgreicher Unternehmer zu hinterfragen. Entsprachen die früher aufgeblasene Geschäftsstelle und fünf hauptamtliche Vorstände einem Zweitligisten? Hat der FC Wacker einen Erbanspruch, die Führungsrolle in Tirol zu übernehmen, obwohl Ressourcen fehlen? Sollte man nicht eher die Ziele an den Möglichkeiten ausrichten als umgekehrt? Der FC Wacker hat finanziell und in der öffentlichen Wahrnehmung jeden Kredit verspielt. Es reicht!