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Ausgabe: 23. April 2022

F. Madl / W. Müller

Unglaubwürdiger geht es nicht mehr

Letzter Strohhalm oder wieder nur eine Seifenblase, die im bitteren Überlebenskampf platzt – der FC Wacker klammert sich an die Anhörung beim Senat 5.

Innsbruck – Wenigstens konnte das gestrige Meisterschaftsspiel gegen die Rapid Amateure über die Bühne gehen, weil man Caterer und Security bezahlte. Wohlgemerkt nur für den Freitagabend, damit die angehäuften Schulden nicht noch weiter steigen. Ein Schrecken ohne Ende ist der Überlebenskampf des FC Wacker bislang im Jahr 2022, ein Ende mit Schrecken wird wohl kommende Woche folgen.

Denn das Konto ist weiter leer, die Außenstände hoch, die Olympiaworld reichte eine Mahnklage ein, außerdem läuft das Ultimatum der Profis am Dienstag ab. Werden die Gehälter nicht überwiesen, sind die Kicker ablösefrei. Damit hätte der Klub endgültig keine Eigenmittel mehr. Ganz zu schweigen von den Vereinsmitarbeitern, die seit Monaten auf Gehälter warten.

Logisch, dass die Lizenz bei solchen „Rahmenbedingungen“ in erster Instanz verweigert werden musste. Der Protest wurde zwar fristgerecht eingereicht, ob der Schwenk von Bundesliga-Lizenz hin zur reinen Zulassung für die zweite Liga durchgeht, ist aber wohl der letzte Strohhalm, an den sich Präsident Kevin Radi und Investor Thomas Kienle klammern. Wird der Lizenzentzug bestätigt, bleibt den Schwarz-Grünen nur noch die Eingabe beim Schiedsgericht mit Bekanntgabe bis Mitte Mai. Wobei keine Unterlagen mehr nachgereicht werden dürfen.

Am kommenden Dienstag sprechen Radi und Kienle beim für den Protest zuständigen Senat 5 der Bundesliga vor und versuchen zu erklären, warum die vertraglich zugesicherten Millionen immer noch blockiert sind und wie man sich ein Fortbestehen mit wohl notwendiger Tilgung der Altlasten vorstellen kann. Die Kriterien für die Zweite-Liga-Zulassung werden zwar formell erfüllt, aber der unabhängige Senat wird sich aufgrund der Altlasten und fehlenden laufenden Zuwendungen sehr schwertun, dem Tiroler Traditionsklub grünes Licht für die kommende Saison zu erteilen. Zumal sich sämtliche Prognosen und Versprechungen bisher in Luft auflösten und die Zeit Woche für Woche ohne den nötigen Geldfluss verstrich. Unglaubwürdiger geht es nicht mehr – rund um das Tivolistadion sind sämtliche Hoffnungsschimmer verblichen und die Geduldsfäden gerissen.